Klassik auch in Corona-Zeiten : Wo in Berlin erste Live-Konzerte stattfinden

Vom Kulturforum bis Lübars: Wir zeigen, wo klassische Musik erklingt. Und was die Opernhäuser für den Saisonstart im Herbst planen.

Mitglieder der Karajan-Akademisten der Philharmoniker treten am 28. Juni auf.
Mitglieder der Karajan-Akademisten der Philharmoniker treten am 28. Juni auf.Foto: Peter Adamik

Die Berliner Philharmonie muss wegen der Pandemie bis September geschlossen bleiben, ein Live-Lebenszeichen aber gibt jetzt die Karajan-Akademie des Orchesters, ein paar Meter weiter auf dem Kulturforum. Die jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten werden an diesem Samstag ein Benefizkonzert in der Matthäus-Kirche geben.

Auf dem Programm stehen Beethovens Trio G-Dur sowie Brahms’ Streichsextett (20 Uhr, Anmeldung über info@stiftung-stmatthaeus.de, Spenden erbeten).

Ganz im Norden Berlins, im Dorfkern vom Alt-Lübars, ist ebenfalls Klassik möglich. Unter freiem Himmel wird samstags um 18 Uhr und sonntags um 16 Uhr im Lübarser Hof Musik gemacht.

Am 27. Juni bietet das Jupiter Quartett einen Streifzug durch die Jahrhunderte an, von Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ bis zur Henry Mancinis „Moon River“. Tags darauf ist der englische Singer-Songwriter Ryan O’Reilly zu erleben, für den 4. und 5. Juli sind Auftritte des mexikanischen Sängers Daniel Tejeda mit seiner Mariachi-Band angekündigt (Tickets nur im Vorverkauf unter www.hofkultur-luebars.de).

Auch der traditionelle Orgelsommer im Berliner Dom kann stattfinden. Vom 3. Juli bis 28. August erklingt die monumentale Sauer-Orgel jeweils freitags um 20 Uhr. Da viele der internationalen Gastkünstler, die ursprünglich eingeladen waren, wegen der Pandemie nicht reisen können, springen Organisten aus Berlin und Brandenburg ein.

Berliner Künstler springen für auswärtige Gäste ein

Zum Start präsentiert Domorganist Andreas Sieling sein Programm „Romantischer Bach!“. Werke von Rheinberger, Reger und Vierne kombiniert am 10. Juli Gunter Kennel; Liszt und Reger erklingen am 17. Juli, wenn Maximilian Schnaus von der Sophienkirche in den Dom kommt. Am 24. Juli verspricht Dirk Elsermann ein „Feuerwerk der Improvisation“.

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Wie ihre modifizierten Pläne für den Start in die neue Spielzeit aussehen, haben bereits zwei der drei hauptstädtischen Musiktheater veröffentlicht: Die Deutsche Oper startet zunächst ab 21. August wieder auf ihrem Parkdeck. Dann ist dort noch drei Mal die „Rheingold“-Notlösung zu erleben, außerdem eine Duke-Ellington-Hommage mit der Bigband der Deutschen Oper (25./26. 8.) sowie eine neue Fassung von Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“ für Kinder, gelesen von Christian Brückner (29./30. 8.).

Die Deutsche Oper startet auf dem Parkdeck

Im September öffnet sich wieder der Vorhang der Bühne, zunächst für „Baby Doll“. Die französische Regisseurin Marie-Ève Signeyrole macht Beethovens 7. Sinfonie zum Ausgangspunkt eines grenzüberschreitenden Konzertprojekts, bei dem sich Wiener Klassik und jiddische Klezmermusik begegnen.

Ab dem 12. September folgt eine Reihe von Gala-Abenden mit Auszügen aus italienischen Opern. Neben „Macbeth“, „Nabucco“ und „Aida“ von Giuseppe Verdi steht auch Amilcare Ponchiellis Venedig-Oper „La Gioconda“ auf dem Programm.

Die Staatsoper hat ausgerechnet, dass unter den aktuellen Corona-Regeln jeweils 370 Plätze im Saal belegt werden dürfen. Zum Auftakt der Spielzeit wird Unter den Linden das 450-jährige Jubiläum der Berliner Staatskapelle gefeiert. Der ursprünglich bereits zu Ostern vorgesehene Beethoven-Zyklus unter der Leitung von Daniel Barenboim wird zu diesem Anlass nun am 31. August sowie am 2., 3. und 4. September realisiert.

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Als erste Opernproduktion ist „Ariadne auf Naxos“ ausgewählt worden (13., 15., 25. und 27. 9.). Das Werk von Richard Strauss, der ab 1898 20 Jahre als Hofkapellmeister Unter den Linden wirkte, kommt ohne Chor aus und benötigt nur ein 30-köpfiges Orchester. Es singen unter anderem Anna Samuil und Andreas Schager.

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