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Klassik Stiftung Weimar : Ulrike Lorenz wird Chefin der Klassik Stiftung Weimar

Sie ist die erste Frau an der Spitze der Klassik Stiftung Weimar und verspricht einen "Perspektivwechsel": Ulrike Lorenz wurde am Dienstag einstimmig gewählt.

Ulrike Lorenz, derzeit Mannheimer Kunsthallen-Chefin, wird als erste Frau an der Spitze der Klassik Stiftung Weimar vorgestellt.
Ulrike Lorenz, derzeit Mannheimer Kunsthallen-Chefin, wird als erste Frau an der Spitze der Klassik Stiftung Weimar vorgestellt.Foto: dpa/Martin Schutt

Ulrike Lorenz, bisher Direktorin der Kunsthalle Mannheim, wird Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar. Die 55-jährige Kunsthistorikerin wurde vom Stiftungsrat am Dienstag einstimmig gewählt. Bei ihrer Vorstellung am Dienstag kündigte sie einen "Perspektivwechsel" an.
Lorenz folgt im August 2019 auf Hellmut Seemann, der seit 2001 Chef in Weimar war und in den Ruhestand geht. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze der zweitgrößten deutschen Kulturinstitution nach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, als Chefin von mehr als 20 Museen, Schlössern, historischen Häusern und Parks sowie Literatur- und Kunstsammlungen. Elf Liegenschaften stehen auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco.

Sie wolle den Blick weg von der „reinen Konstruktion und Rekonstruktion“ hin zu dem richten, „was uns unmittelbar in der Gegenwart beschäftigt“, sagte sie nach ihrer Wahl in Weimar. Sie plane, in ihrem Programm den politischen Aspekt stärker in den Fokus zu nehmen: „Es gibt riesige Debatten, die Demokratie um uns herum wird fragiler, wir brauchen Orientierung und ich glaube, dass die Stiftung als Hüter eines national relevanten Schatzes hier ganz eindeutig Signale setzen muss - in die Orientierungsdebatte in der deutschen Öffentlichkeit und darüber hinaus. Es gilt, ein modernes Deutschlandbild in die Welt zu transportieren.“

Thüringens Kulturminister Hoff spricht von einem "epochalen Einschnitt"

Lorenz leitet die Mannheimer Kunsthalle seit 2009, ihr Vertrag läuft eigentlich bis 2023. Sie hat sich dort einen Namen als durchsetzungsfähige Kulturmanagerin gemacht, die das Haus rund um den Schwerpunkt Klassische Moderne modernisierte und einen erst im Juni eröffneten Neubau realisieren konnte. Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) sprach jetzt von einem „epochalen Einschnitt“. In Anspielung auf ihre Verdienste in Mannheim betonte er, man habe mit Lorenz eine Person gefunden, die Erfahrung damit habe, privates Kapital zu akquirieren. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Probleme mit der Finanzierung der Klassik Stiftung gegeben, die anteilig von Bund, Land und Kommune geleistet wird. Lorenz sprach von neuen Netzwerken, die sie sich vorstellen könne: „Wir brauchen Botschafter, wir brauchen neben dem wissenschaftlichen Beirat sicher auch ein Advisory Board in die deutsche Wirtschaft hinein.“

Lorenz' Karriere begann nach dem Studium der Archäologie und Kulturwissenschaften zunächst in ihrer Geburtsstadt Gera. Dort war sie als Leiterin des Otto-Dix-Hauses und als Direktorin der Kunstsammlung Gera tätig. Sie promovierte über den Bauhaus-Architekten Thilo Schoder und arbeitete später beim Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg.

Lorenz ist auch für die Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums zuständig

In Weimar, wo jährlich mehr als 700.000 Menschen die Einrichtungen der Klassik Stiftung besuchen, wird Lorenz unter anderem für die Generalsanierung des Schlosses und die Neugestaltung von Ausstellungen zuständig sein, ebenso für die Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums im April 2019 - aus Anlass des 100. Bauhaus-Geburtstags. Nach Angaben einer Sprecherin der Thüringer Staatskanzlei hatte sie sich im Stiftungsrat gegen mehrere Kandidaten durchsetzen können. Tsp/dpa

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