Kunst und NS-Propaganda : Berlin bekommt Nachlass von Leni Riefenstahl

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält als Schenkung den vollständigen Nachlass der streitbaren Künstlerin und Regisseurin von "Triumph des Willens".

Leni Riefenstahl im Jahr 1972. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält den vollständigen Nachlass der Filmemacherin und Fotografin.
Leni Riefenstahl im Jahr 1972. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält den vollständigen Nachlass der Filmemacherin und...Foto: dpa/Horst Ossinger

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz erhält den vollständigen Nachlass von Leni Riefenstahl (1902 – 2003). Die Regisseurin von Filmen wie „Triumph des Willens“ und „Olympia“ hatte ihre Kunst in den Dienst der NS-Propaganda gestellt, dennoch gilt die 2003 im Alter von 101 Jahren gestorbene Filmemacherin, Fotografin, Tänzerin und Schauspielerin als eine der bedeutenden Figuren der deutschen Filmgeschichte.

Bei dem Nachlass handelt es sich um eine großzügige Schenkung ihrer ehemaligen Sekretärin Gisela Jahn, die nach dem Tod von Riefenstahls Ehemann 2016 Alleinerbin geworden war. Die Bestände mit Fotografie- und Filmmaterialien, Manuskripten, Korrespondenzen, Kalendern, Akten, Dokumenten und Büchern reichen bis in die 20er Jahre zurück und scheinen vor allem für die Nachkriegszeit fast vollständig zu sein.

Die SPK übernehme damit „nicht nur ein bahnbrechendes ästhetisches Werk, sondern auch eine besondere Verantwortung für die kritische Auseinandersetzung mit dieser streitbaren Person der Zeitgeschichte“, so Stiftungspräsident Hermann Parzinger. Gerade auch Leni Riefenstahls Rolle im Nationalsozialismus werde bei der Aufarbeitung des Nachlasses von zentraler Bedeutung sein.

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Mit der Übernahme aus dem Wohnhaus in Pöcking am Starnberger See erfolge eine intensive Sichtungsphase, so die Stiftung; ein interdisziplinäres Team soll zusammengestellt werden, finanziert durch Drittmittel. Die Stiftung Deutsche Kinemathek und die Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek sollen Teile des Nachlasses betreuen, das fotografische Werk wird im Museum für Fotografie Platz finden. Mit Helmut Newton, dessen Arbeiten dort gezeigt werden, war Riefenstahl eng befreundet. Tsp

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