Lady Gaga, Deerhoof, The 1975 : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Lady Gaga, Deerhoof, The 1975 und Woods.

Verwandlungskünstlerin. Lady Gaga treibt mir ihrem neuen Album "Chromatica" weiter in Richtung Breitwand-Formatpop.
Verwandlungskünstlerin. Lady Gaga treibt mir ihrem neuen Album "Chromatica" weiter in Richtung Breitwand-Formatpop.Foto: Universal Music

Lady Gaga: Chromatica (Universal)

Wenn die Singles repräsentativ sind, deutet sich eine weitere Verschiebung in Richtung Breitwand-Formatpop an. Mit Features von Elton John, Blackpink, Ariana Grande ist an sämtliche Zielgruppen gedacht – mit einer Ausnahme: Da Lady Gaga die von der WHO und Bill Gates initiierte Veranstaltung „One World: Together“ organisierte, wird sie auf die wachsende Gruppe radikaler Impfgegner verzichten müssen. Torsten Groß, Moderator

Deerhoof: Future Teenage Cave Artists (Joyful Noise)

Diese Platte imaginiert eine Zukunft, in der nichts mehr so ist, wie wir es kennen. Quasi die Vertonung der Krise inklusive Brüche: Eine Platte darüber, keine Ahnung zu haben, was kommen wird. Hoffnung geben die titelgebenden „Future Teenage Cave Artists“, die in einer postkapitalistischen Zukunft das Überleben der Menschheit gewährleisten. Milena Fessmann, Radioeins

The 1975: Notes on a Conditional Form (Universal)

Überlänge, Überforderung - Über-Album? The 1975 aus Manchester lassen sich auch auf ihrer vierten Platte nicht kleinreden: 22 Songs und 80 Minuten lang hüpft die Band selbstbewusst durch sämtliche Genres. Es gibt Pop und Electro, Indierock und House, viel Ernstgemeintes, aber auch Quatsch. Was bei diesem Mix hingegen fehlt, ist der rote Faden. Aber den bietet die Gegenwart schließlich auch nicht. André Boße, Musikjournalist

Woods: Strange to Explain (Woodsist)

Nie sehnte man ein neues Woods-Album mehr herbei als in diesen Tagen. Nach sozial unterkühlten Wochen der Quarantäne setzt man sich nur zu gerne an das wärmende Lagerfeuer, das die Brooklyner um Sänger Jeremy Earl entzünden. Umhüllt von einer Decke aus psychedelischem Folk, umschmeichelt vom Klang des Mellotrons. Und auch wenn stets Traurigkeit und Verwirrung mitschwingen, die Aussicht auf Erlösung wartet gleich hinter der nächsten Hook. Hannes Soltau, Tagesspiegel

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