#MeToo-Debatte : Morgan Freeman weist Belästigungsvorwürfe zurück

Die Vorfälle seien so nie passiert, sagt Hollywoodschauspieler Morgan Freeman. Der Sender CNN würde mit den Missbrauchsvorwürfen sein Lebenswerk zerstören.

Morgan Freeman
Morgan FreemanFoto: dpa

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung geht Hollywoodstar Morgan Freeman in die Gegenoffensive: Sein Anwalt Robert Schwartz forderte einen Widerruf des CNN-Berichts, in dem die Vorwürfe gegen den 80-jährigen Schauspieler erhoben worden waren.

Es gebe „objektive Beweise“, dass die angeblichen Vorfälle niemals passiert seien, versicherte Schwartz. CNN seien die Beweise vorgelegt worden, unter anderem Videoaufzeichnungen und offizielle Dementis. Die „ganze Geschichte“ basiere auf Täuschungen.

In einem Brief warf Freemans Anwalt dem US-Sender „böswillige Absicht, Lügen, Tricksereien, fehlende redaktionelle Kontrolle und die Vernachlässigung journalistischer Sorgfalt“ vor. Die Fernsehjournalistin Tyra Martin, die in dem TV-Bericht vorkam, dementierte, dass sie Freeman der sexuellen Belästigung beschuldigt habe. Ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, ihre Interviews mit Freeman hätten ihr „immer Spaß“ gemacht.

"Tragen Sie Unterwäsche?"

CNN hielt an seiner Darstellung fest und sprach von Einschüchterungsversuchen. 16 Menschen hatten in dem Sender über Fälle sexueller Belästigung durch den heute 80-Jährigen berichtet. Acht Frauen wurden nach eigenen Angaben bei Dreharbeiten oder Werbetouren belästigt.

Eine junge Produktionsassistentin warf dem Schauspieler vor, sie im Sommer 2015 wiederholt am unteren Rücken berührt zu haben. Zudem habe Freeman mehrfach versucht, ihren Rock hochzuheben und sie gefragt, ob sie Unterwäsche trage.

Die Journalistin Chloe Melas, die an dem Beitrag mitgearbeitet hatte, sagte, sie sei Morgan Freeman 2017 bei einer Pressekonferenz schwanger begegnet. Der Schauspieler habe sie von oben bis unten angeschaut und gesagt: „Junge, ich wünschte, ich wäre da drin.“

Freeman hatte nach dem Bericht um Entschuldigung gebeten, „bei jedem, der sich unbehaglich oder nicht respektiert fühlte – das war nie meine Absicht“. Später wies er die Vorwürfe zurück. Der CNN-Bericht drohe binnen eines „Wimpernschlags“ sein Lebenswerk zu zerstören. (AFP)

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