Kultur : Nahost-Gipfel: Hosni Mubaraks Spagat zwischen den Lagern

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Hosni Mubarak wird sich in seinem Rotmeerbadeort an der Südspitze der Sinai-Halbinsel als alleiniger und unbestrittener Führer der gesamten arabischen Welt endgültig etablieren. Und er macht mit der Abhaltung der Gipfelkonferenz auf ägyptischem Boden klar - was eigentlich nicht mehr nötig gewesen wäre - dass ein Frieden ohne ihn und Ägypten zwischen Israel und den Palästinensern nicht geschlossen werden kann. Mubarak hat mehr als jeder andere in Sharm el-Sheikh Anwesende Einfluss auf Arafat. Mubarak hat seit Ausbruch der Kämpfe einen waghalsigen politischen Hochseilakt bestanden: Er nahm deutlich Stellung gegen das Vorgehen der israelischen Truppen und unterstützte Arafat. Doch ließ er auch antiisraelische Demonstrationen beispielhaft für andere arabische Staaten durch seine Polizei niederknüppeln.

Abdullah II.: Für den jungen jordanischen König stellt der Gipfel die Gelegenheit dar, sich als feste Größe in der Nahost-Politik zu etablieren. Er wird einerseits panarabische Solidarität mit Arafat demonstrieren. Anderseits ist er an einer Einstellung der Kampfhandlungen interessiert, denn diese könnten schnell auf Abdullahs haschemitisches Königreich übergreifen.

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