Neue CD von Xavier de Maistre : Con amor

Spanisches für die Harfe: Xavier de Maistre hat gemeinsam mit Senora Tena, der Grande Dame des Flamenco, eine CD aufgenommen.

Xavier de Maistre und Senora Tena.
Xavier de Maistre und Senora Tena.Foto: Beatrice Waulin/Sony Classical

¡Hombre! Darauf muss man erst einmal kommen: Xavier de Maistre macht sein Instrument zur Gitarre. Der 1973 geborene fotogene Franzose mit Exklusivvertrag beim Label Sony Classical gehört zu den wenigen Harfenvirtuosen, denen eine Solistenkarriere vergönnt ist. Und darum ist er ständig auf der Suche nach neuem Repertoire.

Originalwerke und Transkriptionen spanischer Komponisten für Harfe und Orchester spielt er schon länger, eine Begegnung in Madrid vor zwei Jahren aber eröffnete ihm jetzt neue Perspektiven: Xavier de Maistre lernte nämlich Lucero Tena kennen, die Grande Dame des Flamenco, die sich nach ihrer glanzvollen Zeit als Tänzerin ganz auf die Kunst des Kastagnettenspiels fokussiert hat. Die Grandezza, mit der Senora Tena die muschelförmigen Hartholzschalen zu handhaben weiß, faszinierte den Harfenisten derart, dass er ihr ein gemeinsames CD-Projekt vorschlug.

Eine Atmosphäre des Verschatteten

Bei der Hälfte der 14 Tracks von „Serata espanola“ ist Lucero Teno nun de Maistres Duettpartnerin – und dominiert dabei stets mit einer rhythmischen Präzision, bei der man ihre stolze Körperhaltung förmlich mithören kann. Sehr filigran erscheint daneben die Harfe, manchmal fast von nobler Blässe.

Und in der Tat unterscheiden sich Gitarre und Harfe ja nicht nur in puncto Saitenzahl – hier sechs, dort 47 – und Umfang – dreieinhalb Oktaven hier, fast das Doppelte dort –, sondern eben auch im Klangcharakter. Zart und weich vermag Xavier de Maistre selbst in den kniffeligsten Passagen noch zu zupfen, eine Atmosphäre des Verschatteten, Rauenden zu schaffen.

Musik aus zwei Jahrhunderten umfasst das Album, neben Gitarren-Klassikern wie Tárregas „Recuerdos de la Alhambra“ oder Albéniz „Asturias“ spielt Xavier de Maistre auch Stücke, die ursprünglich für Cembalo komponiert wurden, für Klavier (Enrique Granados) oder gar für volles Orchester (Manuel de Falla).

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Am 27. Februar sind der Harfenist und Lucena Teno mit ihrem Programm übrigens auch live in Berlin zu erleben, im Pierre Boulez Saal.

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