Kultur : Schön blöd

Die Wallace-Persiflage „Neues vom Wixxer“

Martin Schwickert

Eigentlich hatte niemand recht erwartet, dass so ein Titel zu einem großen Erfolg führen kann. Aber Tobi Baumanns Edgar-Wallace-Persiflage „Der Wixxer“ brachte über zwei Millionen Zuschauer ins Kino. Munter plünderte sich Baumann mit seinen Autoren Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka durch das Universum der alten Wallace-Verfilmungen, die zu den wenigen Werken der westdeutschen TV-Geschichte gehören, die einen gewissen Kultstatus genießen. Auch im unvermeidlichen Sequel „Neues vom Wixxer“ kommt es weniger auf einen logischen Handlungsverlauf an – und auch die Frage, wer hinter der Mördermaske stecken mag, ist in Sachen Spaßfaktor von geringer Bedeutung.

Am Anfang stehen Chief Inspector Even Longer (Oliver Kalkofe) und sein Begleiter Inspector Very Long (Bastian Pastewka) vor einer Reihe von Gräbern, die der wieder aufgetauchte Maskenmörder für seine zukünftigen Opfer ausgehoben und mit Namen beschriftet hat. Auf der Todesliste befinden sich neben Long selber auch Victoria Dickham (Christiane Paul), die Tochter des ehemaligen Scotland-Yard-Chefs. Joachim Fuchsberger, der in zahllosen Wallace-Verfilmungen der sechziger Jahre den gewieften Ermittler spielte, hat sich nach 33 Jahren Leinwandabstinenz für die Rolle des pensionierten Kriminalisten unter Vertrag nehmen lassen – und das ist nicht der einzige Retro-Besetzungscoup. Mit Chris Howland als Butler und Judy Winter als zwielichtiger Äbtissin sind zwei weitere deutsche TV-Ikonen an Bord. Nach Ausflügen zu finsteren Spelunken an der natürlich nebligen Themse sowie ins vermeintlich kugelsichere Scotland-Yard-Hauptquartier geht es in ein Kloster, in dem ein Mitglied der Königsfamilie zur Hochzeit lädt und vom maskierten Mörder samt Gästen in die Luft gesprengt werden soll. Übrigens: Bei der Aufteilung der Witze zwischen „blöd“ und „schön blöd“ liegt der Großteil der Pointen in der letztgenannten Kategorie.

In 21 Berliner Kinos

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