Streit um H&M Werbung : Antidiskriminierungsstelle prangert Alltagsrassismus an

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat die umstrittene H&M-Werbung verurteilt. Diese zeige, wie stark die Diskriminierung schwarzer Menschen im Alltag verankert sei.

Das schwedische Modehaus Hennes und Mauritz muss sich Rassismus-Vorwürfen stellen.
Das schwedische Modehaus Hennes und Mauritz muss sich Rassismus-Vorwürfen stellen.Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, hat die Werbung der Modefirma H&M mit einem dunkelhäutigen Jungen in einem Kapuzenpullover verurteilt. Diese zeige, "wie stark Diskriminierung von schwarzen Menschen im Alltag verankert ist", sagte Lüders der "Welt" vom Freitag. Es gebe auch in Deutschland einen latenten Alltagsrassismus, gegen den vorgegangen werden müsse.

Die schwedische Modekette hatte mit einem kleinen dunkelhäutigen Jungen in einem grünen Kapuzenpullover geworben, der den Schriftzug "Coolest Monkey in the Jungle" (Coolster Affe im Urwald) zeigte. Die H&M-Werbung hatte seit Sonntag im Netz heftige Empörung ausgelöst. Das Unternehmen entschuldigte sich "bei jedem, den dies verletzt hat", und änderte die Werbung.

Grundsätzlich gehen laut Lüders Betroffene noch zu selten gerichtlich gegen Diskriminierung vor, etwa wegen der Kosten oder weil die Beweisbarkeit schwierig sei. Sie forderte Unternehmen auf, Diskriminierungsfälle ernst zu nehmen und ihnen nachzugehen.

"Arbeitgeber sollten sich schützend vor die Angestellten stellen und aktiv werden", sagte Lüders. Was niemand brauche, seien "lieblose Beschwerdestellen, wo irgendjemand zuständig ist, aber gar nicht entsprechend geschult ist". (AFP)

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