• Tim Burgess, Philip Sollmann, Owen Pallett, Katie von Schleicher: Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Tim Burgess, Philip Sollmann, Owen Pallett, Katie von Schleicher : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Tim Burgess, Philip Sollmann, Owen Pallett und Katie von Schleicher.

Veteran aus Manchester, der über viele Jahre sein Niveau halten kann: Tim Burgess. 
Veteran aus Manchester, der über viele Jahre sein Niveau halten kann: Tim Burgess. Foto: Bella Union

Tim Burgess: I Love The New Sky (Bella Union) 

Zufrieden sitzt der Veteran aus Manchester in der britischen Provinz, genießt das Familienleben und haut immer noch die Melodien raus. An Tim Burgess fasziniert, dass er, wie nur wenige der ganz Großen, über viele Jahre das Niveau halten kann. Seine Songs sind auch auf diesem fünften Soloalbum durch und durch englisch und beschwören die Popgeschichte der letzten 50 Jahre herauf, ohne dabei Gefahr zu laufen, einfache Kopien zu sein. Paul McCartney könnte diese Platte mögen. Andreas Müller, Moderator

Philip Sollmann: Monophonie (Ostgut)

Philip Sollmann gehört zu den vielseitigsten DJs und Produzenten in Deutschland. Als Efdemin beglückt er die Techno-Floors mit amtlichen Abfahrten; unter seinem bürgerlichen Namen erkundet er die Grenzbereiche zwischen Tanzmusik und elektroakustischer Avantgarde. In „Monophonie“ spielt er auf den Instrumenten des visionären Komponisten Harry Partch und auf der Doppel-Sirene des Berliner Universalgelehrten Hermann von Helmholtz: ein großartiges, gleichermaßen kluges wie intensives, kontemplatives wie hinternkickendes Werk. Jens Balzer, Die Zeit

Owen Pallett: Island (Domino)

„Ich wurde eher ausgeschieden als geboren“. Songtexte über kaputte Familien, den Wahnsinn der Männer und tiefe Trauer setzen einen ernsten Ton. Tatsächlich hat Owen Pallett zuletzt viel durchgemacht, wenngleich die Songs nicht rein biografisch sind. Dazu erklingen an Ligeti und Grisey geschulte, vom Allrounder Pallett geschriebenes Orchesterarrangements, die die Neoklassiker in ihre Schranken weist. Nicht immer leicht zu verdauen, aber ein kleines Meisterwerk. Christoph Reimmann, Musikjournalist

Katie von Schleicher: Consummation (Full Time Hobby) 

Auf dem Cover ihres zweiten Albums umarmt die New Yorker Musikerin Katie von Schleicher eine platinblonde Frau. Ein Verweis auf Hitchcocks Thriller „Vertigo“, den sie kürzlich noch einmal gesehen hat und vor allem in Bezug auf die Frauenfiguren ziemlich gruselig fand. Ihre 13 neuen Songs sind vage von dieser Beobachtung inspiriert und tänzeln auf anregende Weise zwischen verträumtem und eindringlichem Indiepop. Nadine Lange, Tagesspiegel

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