Ukrainischer Regisseur in russischer Haft : Oleg Sentsov beginnt Hungerstreik

Oleg Sentsov wurde als angeblicher Terrorist zu 20 Jahren Haft verurteilt. Jetzt hat der Regisseur einen Hungerstreik begonnen.

Oleg Sentsov
Oleg SentsovFoto: picture alliance / dpa

Der ukrainische Filmregisseur Oleg Sentsov, der sich seit 2014 in russischer Haft befindet, hat einen Hungerstreik begonnen. Das berichten die Nachrichtenagenturen AFP und AP. Sie berufen sich auf die oppositionelle russische Website Meduza und auf Sentsovs Anwalt Dmitry Dinze. „Meine einzige Forderung ist, dass alle politischen Gefangenen aus der Ukraine auf russischem Territorium entlassen werden“, schreibt Sentsov in einem Brief, den der Anwalt veröffentlicht hat.

Zwanzig Jahre Haft

Der, inzwischen 41-jährige Regisseur war 2011 mit seinem Spielfilm „Gamer“ über einen spielsüchtiger Teenager bekannt geworden. Die Arbeit am Nachfolgeprojekt „Rhino“ brach er ab, um sich in Kiew den Maidan-Protesten gegen den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch anzuschließen. Nachdem er gegen die Annektion der Krim durch Russland protestiert hatte, wurde Sentsov von Beamten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB festgenommen und 2015 zu einer 20-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Angeblicher Terrorist

Ein Militärgericht befand ihn für schuldig, an einer terroristischen Verschwörung beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben von Meduza wurde Sentsov, der in Sibirien inhaftiert ist, in eine Isolationszelle verlegt. Die Europäische Filmakademie hat einen Fonds zur Unterstützung seiner Familie eingerichtet. Tsp/AFP/AP

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