• „Window Boy Would Also Like to Have a Submarine“: Tagesspiegel-Leserjury-Preis für Alex Piperno

„Window Boy Would Also Like to Have a Submarine“ : Tagesspiegel-Leserjury-Preis für Alex Piperno

Uruguayische Produktion mit surrealen Elementen erhält Publikumspreis. Warum die Jury diesen Film herausragend fand

Die Jury mit den Machern des Gewinnerfilms
Die Jury mit den Machern des GewinnerfilmsFoto: Doris Spiekermann-Klaas TSP

Filme verbinden, und dieser besonders. Der Preis der 14. Tagesspiegel-Leserjury geht an „Window Boy Would Also Like to Have a Submarine“ („Chico ventana también quisiera tener un submarino“) des uruguayischen Regisseurs Alex Piperno. Ein surrealer Bilderreigen, der halb in Montevideo und im Meer vor Patagonien und halb auf den Philippinen spielt. Ein Fensterputzer auf einem Kreuzfahrtschiff entdeckt eine Tür im Maschinenraum und stellt fest, dass er mühelos zwischen den Kontinenten und Welten wechseln kann.

Piperno, der 2012 und 2013 als Filmstudent bei den Berlinale Talents zu Gast war, zeichnet auch für das Buch und die Produktion seines ersten Langspielfilms verantwortlich. Bei der Preisverleihung der unabhängigen Juries am Samstag im Konferenzsaal des Hyatt nahm er die Auszeichnung persönlich entgegen, er reist erst am Sonntag nach Argentinien zurück. Piperno lebt in Buenos Aires, wo er auch studierte, sein argentinischer Produzent Araquén Rodríguez war ebenfalls zugegen.

„Chico ventana tambièn quisiera tener un submarino“-Regisseur Alex Piperno
„Chico ventana tambièn quisiera tener un submarino“-Regisseur Alex PipernoFoto: Doris Spiekermann-Klaas TSP

Die Idee zu dem in fantastischen Farben und in Tableaux von großer Bildkraft leuchtenden Film kam Piperno auf der Fähre zwischen Urugay und Argentinien, die er regelmäßig benutzt. Ein Transfer von drei Stunden – auch das ein kurzer Wechsel zwischen Welten für den 34-jährigen Regisseur.

Die neunköpfige Jury diskutierte am Freitag ausgiebig – und immer fair und kollegial – bis der Gewinner feststand. Vier Filme standen auf den Favoritenzetteln der Jurorinnen und Juroren, „Chico“, wie sie den Film der Kürze halber nannten, war einer davon. Jury-Betreuerin Angela Hannawald half bei der Entscheidungsfindung; der Gewinnerfilm hatte am Ende die meisten Fans und keinen einzigen erbitterten Gegner.

Realität und Fiktion verschmelzen

Die Jury war einerseits von den surrealen Momenten beeindruckt. Der Film sei aber trotzdem publikumstauglich, ist Juror Peter Apel überzeugt. „In klaren, schönen Bildern verschmelzen Realität und Fiktion auf unterhaltsame Weise“, heißt es in der Jury-Begründung. In den vielfältigen Mauern und an den Grenzen unserer Welt findet er halb träumerisch, halb nachdenklich scheinbar unmögliche Türen, Passagen.

Nur wenn wir die Türen durchschreiten, gelingt das globale Miteinander.“ Die Jury legt Wert darauf, der Tradition des Forums als Plattform für ungewöhnliche und innovative filmische Formen zu entsprechen und gleichzeitig ein Werk auszuwählen, das nicht nur ein Avantgarde-Publikum unterhält.

28 Filme standen zur Auswahl, sämtliche Weltpremieren des Forums, das erstmals unter der Leitung von Cristina Nord stattfand. Acht Tage waren die Neun – Peter Apel, Heike Bottke, Chris Feustel, Luisa Horn, Ingrid Lühr, Anuya Rane, Matthias Richter, Thomas Schippmann und Dagmar Seydell – Dauergäste im Cinemaxx am Potsdamer Platz, im Cubix und im Delphi.

An diesem Publikums-Sonntag, wird „Chico“ bei der Präsentation des Leserjury-Gewinnerfilms im Cinemaxx4 nochmals gezeigt (19 Uhr, Restkarten). Die Jury ist dabei, diesmal in Begleitung. „Diesen Film sehen wir gerne noch mal mit Freunden“, so Peter Apel.

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!