Young Euro Classic : Gute Musik im Sommerloch

Die besten Jugendorchester der Welt sind wieder in Berlin: Am Freitag startet das Festival Young Euro Classic im Konzerthaus.

Elias Pietsch
Molto vivace. Die Begeisterung der jungen Musikerinnen und Musiker macht den Reiz von Young Euro Classic aus.
Molto vivace. Die Begeisterung der jungen Musikerinnen und Musiker macht den Reiz von Young Euro Classic aus.Foto: MUTESOUVENIR / KAI BIENERT

Wie jedes Jahr schickt sich das Young Euro Classic Festival wieder an, das Sommerloch mit guter Musik zu füllen. Ab Freitag bespielen die besten Jugendorchester der Welt zweieinhalb Wochen lang die Bühne des Konzerthauses am Gendarmenmarkt. Insgesamt 1200 Musiker zwischen 18 und 28 Jahren reisen zur 19. Ausgabe des Festivals nach Berlin, um ihr Können zu zeigen. Der traditionelle blaue Europateppich weist dem Publikum den Weg die herrschaftliche Freitreppe hinauf, so dass allein der Weg zum Konzert schon ein Genuss ist.

Anders als Name und Teppich vermuten lassen, kommen die 19 Orchester und Ensemble aber längst nicht mehr nur aus Europa, sondern aus aller Welt. Dieses Jahr sind zum Beispiel das Miagi Youth Orchestra aus Südafrika, das National Youth Orchestra aus Kanada und das Auckland Youth Orchestra aus Neuseeland mit dabei.

Warum nennt sich das Festival also überhaupt noch Young Euro Classic und nicht Young International Classic? Gabriele Minz, Mitgründerin und Organisatorin des Orchestertreffens, sieht Europa in diesem Kontext eher als Idee. Die Musik, die hier gespielt wird, sei europäisch, auch wenn die Interpreten von allen Kontinenten kämen. Außerdem biete das Festival eine Möglichkeit, diese in europäischer Tradition wurzelnde Musik in die Welt zu tragen – wo sie sich idealerweise durch neue Einflüsse weiterentwickele.

Geburtstagsfeiern für Mandela und Bernstein

Wenn Young Euro Classic damit wirbt, dass hier „die besten Jugendorchester der Welt“ auftreten, dann geht es nicht nur ums technische Können, wie Minz betont. Wichtige Faktoren bei der Auswahl sind auch die Motivation der Macher und die Nachhaltigkeit der Projekte.

In diesem Jahr stehen zwei 100. Geburtstage im Mittelpunkt, der von Nelson Mandela und der von Leonard Bernstein. Am Eröffnungsabend gibt es die zu Ehren des Freiheitskämpfers komponierten „Rainbow Beats“, Bernstein–Werke spielen das Orchester aus Südafrika, Nils Landgren sowie das Schleswig-Holstein Festival Orchester.

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Als Hommage an den Amerikaner wird außerdem gleich mehrfach Jazz im Konzerthaus zu hören sein, ein Novum für das Festival. Besonders hervorzuheben ist hier die frisch gegründete NYO Jazz Bigband aus New York, die mit Klassikern von Count Basie bis Duke Ellington ein Stück amerikanische Musikgeschichte mitbringt – und die große Sängerin Diane Reeves.

Orchester stellen junge Komponisten aus ihrer Heimat vor

Natürlich spielen auch neue Kompositionen eine wichtige Rolle. Insgesamt 14 Ur- und deutsche Erstaufführungen wird es in diesem Jahr geben. Viele Orchester stellen junge Komponisten aus ihrer Heimat vor. Eine Publikumsjury hört sich alle Novitäten an und vergibt am Ende – oft nach heißen Diskussionen – den mit 5000 Euro dotierten Europäischen Komponistenpreis.

Vielfalt bleibt auch 2018 einer der größten Reize von Young Euro Classic, sowohl was die Herkunft der Musiker betrifft als auch die dargebotene Musik. Einzig bei den Orchesterleitern herrscht Ungleichgewicht: auf 15 Dirigenten kommen nur zwei Dirigentinnen.

Konzerthaus, ab Fr. 3.8., 20 Uhr, Tickets ab 17€, Infos: www. young-euro-classic.de

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