Leserbriefe : Es trifft ja nur unsere Kindeskinder

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Berichterstattung zum Klimawandel

Was ist los in Deutschland? Drehen jetzt alle durch? Hier wird ein Wahoo um einige Milligramm CO2 gemacht, und in China, Indien und der ehemaligen UDSSR kümmert sich kein Lurch um Klimaschutz. Ehe man hier Glühbirnen verbietet, einem versucht einzureden, Fleisch sei ein Klimakiller (soll er doch von Moos leben), und die 30 Prozent unreglementierte Autobahn beschränkt, sollte man diese Länder dazu bringen, was zu machen. Statt hier Milliarden für geringe Verbesserungen auszugeben, kann man das Geld dort einsetzen und dort große Verbesserungen erreichen. So langsam reicht es mit der Hysterie. Man muss, gerade beim Klima, den Blick aufs Ganze nicht verlieren.

Christoph Hensel, Berlin-Karlshorst

Alles völliger Unsinn mit der Klimakatastrophe. Wir leben in der Warmphase einer Eiszeit. Und außerdem – es interessiert mich überhaupt nicht, denn wie lange lebe ich eigentlich noch? Es trifft doch allenfalls unsere Kindeskinder. Also, was soll diese ganze Panikmache? Wenn es aber doch so sein sollte, dann dürften ab sofort keine Wegwerfprodukte, kein Wegwerfplastikmüll und auch keine Wegwerfhäuser und auch keine Wegwerfkunstobjekte, wie die Wolke auf dem Schloßplatz, hergestellt, gebaut werden. Deren Herstellung kostet Energie und deren Vernichtung oder Abriss noch mal. Grüne Wiese auf dem Schloßplatz ist besser! Produzenten und Architekten lieben nur Kommerz und Selbstdarstellung. Zeigt doch mal durch Verzicht Euer Umweltbewusstsein, Ihr letzten Überlebenden einer sich anbahnenden Katastrophe. Aber wer will denn schon eine heile Umwelt, doch nur Spinner?!

G. Gunter Thomas, Berlin-Lichterfelde

Alle Wetter: fünf vor zwölf schlägt’s 13! Am Montag entdeckt Frau Weidenfeld als Wirtschaftsfachfrau das ehrwürdig in die Jahre gekommene Motto „global denken – lokal handeln“ als ein ökologisches für sich und uns Leser; und am Mittwoch legt Frau Dehmer an gleicher Stelle nach, indem sie nicht nur Flug-, sondern auch Autoreisen auf den Klima-Prüfstand stellt und bedauert, dass die Bahn leider nicht überall hinfährt. Hört, hört!? Aber nein, so sagt man ja im Bundestag nicht mehr. Und da wollen’s wahrscheinlich auch noch immer die meisten nicht wahrhaben. Bitte weitere Schippen nachlegen!

Karsten Unger, Berlin-Heiligensee

Das Thema ist überfällig und endlich, hoffentlich noch nicht zu spät, in vieler Munde. Schildern möchte ich ein eigenes Erlebnis mit einem Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes Kreuzberg. Er vertrat im Zusammenhang mit meinem Bauantrag die These, Dämmung sei bei den dicken Wänden in Berliner Altbauten unnötig, und es würde das Stadtbild beeinträchtigen, wenn ein Haus gedämmt sei und somit dessen Fassade gegenüber dem Nachbarhaus nicht in einer Flucht sei. Solange Personen mit so wenig Sachkenntnis die Macht über Stempel haben, ist dringender Fortbildungsbedarf (auch) in den Bauämtern gegeben.

Christian Kortenkamp,

Berlin-Kreuzberg

Sie fragen zu Recht: „Sind Jobs jetzt nicht mehr so wichtig?“ Sie unterstellen dabei aber, dass Klimaschutz automatisch wachstumshemmend bzw. arbeitsplatzvernichtend sei. Warum? Intelligente Investitionen in den Umweltschutz können doch auch massenhaft Arbeitsplätze entstehen lassen. Die Umweltschutz-Investitionen in Deutschland, das hat unlängst eine Studie des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung ergeben, sind im internationalen Vergleich eher Mittelmaß; Wachstum in der Umweltschutzbranche verdankt diese ausschließlich der Nachfrage aus dem Ausland, es gibt hier einen riesigen Wachstumsmarkt. Das hören und sehen natürlich zum Beispiel die alteingesessenen Stromproduzenten mit ihren längst abgeschriebenen, umweltverpestenden Gelddruckmaschinen (will heißen: Atom-/Kohlekraftwerken) nicht gern. An anderer Stelle zeigen Sie sich erstaunt, dass der Politik in Fragen des Umweltschutzes gegenüber dem Markt mehr Übersicht zugetraut wird. Auch das ist nicht nachvollziehbar, da hinlänglich bekannt ist, dass der Markt mit Blick auf Kosten-/Nutzenvorteile kurzsichtig ist; Umweltschutz aber verlangt mittel- bis langfristig wirkende Entscheidungen, die einen CEO nicht interessieren, ja, seinem Shareholder-Value-Denken entgegenstehen.

Tim Karsten, Berlin-Moabit

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