Meinung : Schub im Wahlkampf

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Nun ist der Flugzeugbauer Airbus endgültig in die Fänge des französischen Präsidentschaftswahlkampfes geraten. Erst war es die Sozialistin Ségolène Royal, die forderte, die Sparpläne für Airbus auf Eis zu legen. Und nun ist auch noch die wundersame Wandlung ihres einst wirtschaftsliberalen Gegenkandidaten zu beobachten – Nicolas Sarkozy ist ein Anhänger des Staatsinterventionismus geworden. Dem deutschen Partner hat er den Fehdehandschuh hingeworfen: Die Doppelspitze bei der Airbus-Mutter EADS behindere die Lösung der Krise, verkündet Sarkozy, also weg mit ihr. Und weg auch mit dem bei der Gründung des europäischen Konzerns vereinbarten Aktionärspakt, nach dem die industriellen Haupteigner Daimler-Chrysler und Lagardère gemeinsam entscheiden. Würde die deutsch-französische Parität abgeschafft, könnte der französische Staat seinen Anteil vergrößern und die eigenen Interessen besser durchsetzen. Sarkozy sagt, er wolle sicher gehen, dass die Besten auch die besten Entscheidungen träfen. Offensichtlich meint er, die Besten nur in Frankreich finden zu können. Für Airbus wäre es jedoch am besten, wenn diese Ankündigungen vor der Wahl bleiben, was sie oft genug sind: leere Versprechungen. jul

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