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Bundesregierung billigt Verbot : Bye-bye Plastiktüte

Zwar nutzen Verbraucher schon heute deutlich weniger Tüten als noch vor drei Jahren. Doch diese Zahl sinke kaum noch. Ein Verbot soll nun nachhelfen.

Passanten gehen mit Einkäufen in Plastiktüten (Symbolbild).
Passanten gehen mit Einkäufen in Plastiktüten (Symbolbild).Foto: Jan Woitas/ZB/dpa

Mit der Plastiktüte wird an der Ladenkasse bald Schluss sein: Die Bundesregierung hat an diesem Mittwoch ein Verbot der Tragetaschen aus Kunststoff auf den Weg gebracht.

Bei dem Gesetzentwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, geht es um die typischen Tüten, die man im Supermarkt oder anderen Geschäften beim Bezahlen bekommt und die in aller Regel inzwischen etwas kosten. Die stabilen Tragetaschen ab einer Wandstärke von 50 Mikrometern werden also künftig nicht mehr angeboten. Vom Verbot ausgenommen sind die besonders dünnen Tütchen (Hemdchenbeutel) etwa für Obst und Gemüse. Ein Verbot dieser Kunststoffbeutel mit einer Wandstärke von weniger als 15 Mikrometern würde zu mehr Abfall führen, da die Ware dann vorab in kleineren Gebinden abgepackt werde, hieß es zur Begründung. Müllbeutel seien hingegen nicht vom Verbot betroffen.

Der Gesetzentwurf muss noch vom Bundestag gebilligt werden, für den Vollzug des Verbots sind die Länder zuständig. Wenn es Bundestag und Bundesrat passiert hat, soll es noch eine sechsmonatige Übergangsfrist für die Tüten geben, um Restbestände in den Läden abzubauen.

Schulze hatte ein Verbot von Plastiktüten zunächst nicht geplant, weil es eine Vereinbarung ihres Ministeriums mit großen Teilen des Handels gab, diese nur noch gegen Geld an Kunden auszugeben. Das hat in den vergangen Jahren dazu geführt, dass sehr viel weniger Tüten verbraucht wurden - pro Kopf im Jahr 2018 nur noch rund 20, 2015 waren es noch 68 gewesen, wie es im Entwurf heißt.

Es sei allerdings nicht zu erwarten, dass der Verbrauch auf der Grundlage dieser Vereinbarung noch signifikant sinken werde. „Plastiktüten sind der Inbegriff der Ressourcenverschwendung“, sagte Schulze. Sie würden aus Rohöl hergestellt und oft nur wenige Minuten genutzt. Häufig landeten sie in der Umwelt, „wo sie über viele Jahrzehnte verbleiben und jede Menge Schäden anrichten können“. (dpa/epd)

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