Klimawissenschaftler schlagen Alarm : Es reicht nicht

Eine Studie zum UN-Klimagipfel in New York fordert die Vervielfachung des Einsatzes. Die Bundesregierung ist zu Nachbesserungen bereit.

Die Erde erwärmt sich. Nach Expertenauffassung wird es immer schwieriger, das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad zu beschränken, zu erreichen.
Die Erde erwärmt sich. Nach Expertenauffassung wird es immer schwieriger, das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad zu beschränken, zu...Foto: dpa

Die Welt erwärmt sich. Doch die Anstrengungen dagegen sind so gering, dass eine Wissenschaftler-Allianz vor dem UN-Klimagipfel in New York heftig Alarm schlägt. Die Bemühungen, den Kohlendioxidausstoß zu verringern, müssten sich verdreifachen um die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Um 1,5 Grad zu schaffen, müssten sie sich sogar verfünffachen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung führender Wissenschaftler für die Teilnehmer des heutigen UN-Gipfels. Ihm voran ging ein UN-Jugendgipfel, bei dem Aktivistin Greta Thunberg erneut zu größeren Anstrengungen für den Klimaschutz aufrief.

Immerhin 75 der 197 Staaten, die sich zum Pariser Klimaabkommen bekannt haben, sollen mittlerweile Nachbesserungen ihrer Politik signalisiert haben. Nach der heftigen Kritik am Klimapaket der großen Koalition wird auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in New York erwartet. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) kündigte an, dass Deutschland einer rund 30 Staaten umfassenden Allianz für einen Kohleausstieg beitritt – die Regierung will, dass 2038 das letzte Kohlekraftwerk vom Netz geht.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer signalisierte zudem Verhandlungsbereitschaft beim nationalen Klimapaket. „Für die Umsetzung benötigen wir das Einvernehmen mit Bundesländern, Städten und Gemeinden und natürlich die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger“, sagte sie „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“. Grüne und Liberale sind an Landesregierungen beteiligt und müssten Teilen des Gesetzespaketes zustimmen. Die Grünen hatten sich am Wochenende bereits verhandlungsbereit gezeigt. In Regierungskreisen wurde die Sorge geäußert, dass die Debatte unversöhnlicher werde. „Da ist ein besorgniserregender Absolutismus unterwegs“, hieß es mit Blick auf die Klimaschutzbewegung. Als große Koalition müsse man sozial schwächere Menschen und Pendler auf dem Land im Blick haben, sonst werde die AfD noch stärker. Sprit und Heizöl sollen dem Plan zufolge durch einen CO2-Preis moderat teurer werden. Die Regierung will im Gegenzug mit Strompreisrabatten, einer steigenden Pendlerpauschale und Prämien für CO2-arme Autos und Heizungen die Bürger zum Umstieg animieren.

Fragen warf am Wochenende eine Kohlendioxid-intensive Reiseplanung der Bundesregierung auf. Wegen des UN-Gipfels und der UN-Vollversammlung sowie eines Treffens von Kramp-Karrenbauer mit dem US-Verteidigungsminister fliegen Merkel und vier Minister mit vier Flugzeugen in die US

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!