Pflege in Heimen : SPD will Kosten für Bewohner oder deren Kinder deckeln

Kommt ein Mensch ins Pflegeheim, geht es unter Umständen an die Ersparnisse – auch der Kinder. Die SPD plant, den Eigenanteil zu begrenzen.

Die Sozialdemokraten wollen die Pflegekosten in Heimen anders aufteilen.
Die Sozialdemokraten wollen die Pflegekosten in Heimen anders aufteilen.Foto: Christoph Schmidt/dpa

Die SPD will die Pflegekosten für Heimbewohner grundlegend anders aufteilen. Der Eigenanteil, den Bedürftige oder Angehörige leisten müssen, solle begrenzt werden, heißt es in einem Papier, das der SPD-Vorstand an diesem Montag beschließen will. Das Konzept liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet.
Bisher ist der Eigenanteil nach oben offen, der von der Pflegeversicherung finanzierte Anteil dagegen festgelegt. Die SPD kritisiert, dass Betroffene befürchten müssen, bedürftig zu werden, wenn ihre Ersparnisse aufgebraucht sind.

Wenn Pflegeversicherungen, Rente und Vermögen der Heimbewohner die Kosten nicht abdecken, sind im nächsten Schritt laut Gesetz die nächsten Angehörigen gefordert. Oft heißt das: Kinder haften für ihre Eltern - aber nur, wenn sie selbst genug Geld zur Verfügung haben.

Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles sagte der „BamS“ zu dem Problem: „Der Eigenanteil muss gedeckelt werden, alle künftigen Kostensteigerungen müssen dann von der Pflegeversicherung bezahlt werden.“ Der Eigenanteil schwanke zudem erheblich von Region zu Region. Die Pflege in Hamburg sei teurer als in Sachsen-Anhalt. „Wir wollen deshalb keinen bundesweiten Festbetrag, sondern den Status quo festschreiben. Damit jeder Pflegebedürftige sicher sein kann, dass es für ihn nicht teurer wird.“

Die SPD will die künftigen Mehrkosten dem Papier zufolge mit einer Reihe von Maßnahmen finanzieren. Unter anderem soll Pflege, die nur aus medizinischen Gründen erfolgt, künftig von der Krankenversicherung bezahlt und gesetzliche und private Pflegeversicherung zusammengelegt werden.

Die Pläne zur Pflege seien der zweite Teil des im Februar auf den Weg gebrachten Konzepts für eine Reform des Sozialstaats, sagte eine Sprecherin der dpa am Sonntag. Der SPD-Vorstand hatte auf Vorschlag von Nahles einstimmig ein Paket für eine Reform des Arbeitsmarktes, eine Lockerung von Hartz IV und bessere finanzielle Leistungen für Kinder beschlossen. (dpa)

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