Brauchen wir überhaupt noch einen Bundespräsidenten?
Frank-Walter Steinmeier
Im Interview mit ARD/ZDF kündigte Wulff mehr Transparenz an. Am Donnerstag stellte die von ihm mit der Aufklärung beauftragte Anwaltskanzlei ein sechsseitiges Dokument ins Internet.
Insgesamt 11,5 Millionen Zuschauer haben am Mittwochabend das rund 20-minütige Interview mit Bundespräsident Christian Wulff in ARD und ZDF um 20.15 Uhr gesehen.
Berlin Boom OrchestraÄhnlich wie der Bundespräsident lädt das Berlin Boom Orchestra stets zum Neujahrsempfang. Im Kesselhaus werden obendrein ein paar Gäste begrüßt: El Bosso & die Ping Pongs sowie Martin Jondo.
Brauchen wir überhaupt noch einen Bundespräsidenten?

Der frühere Verfassungsrichter Udo Di Fabio beschreibt die Grenzen von Wulffs Macht - und mahnt seine Kritiker zur Zurückhaltung. Im Interview spricht er auch über ein mögliches NPD-Verbot und darüber, wie viel Zeit sich Politik in der Euro-Krise lassen darf.
Zwar gesteht eine Mehrheit der Deutschen dem Bundespräsidenten eine zweite Chance zu. Seinen Auftritt im Fernsehen fanden die meisten Zuschauer allerdings nicht glaubwürdig, ergeben Umfragen.

Ob im Netz, TV oder auf dem Papier: Die Liste an Wulff-Witzen wird sekündlich länger. Selbst erfahrene Journalisten müssen sich beherrschen, damit ihre Berichterstattung objektiv bleibt. Über das "Prinzip Bild".

Die "Bild"-Zeitung hat den Präsidenten gebeten, den Wortlaut der Nachricht veröffentlichen zu dürfen. Doch der Bundespräsident sagt Nein. Deutliche Kritik an Wulff kommt auch aus der Berliner Landespolitik.
Wulffs Fernsehauftritt ist eine in Demut verpackte Kampfansage. Sein Kalkül ist offensichtlich: Er versucht diejenigen für sich zu gewinnen, die eine gewisse Skepsis gegen Politik und Medien hegen. Sein bester Trick ist die Nummer mit der Unschuld vom Lande.

Das Amt sei "blamiert", sein Gehabe ein reines "Puppentheater": Bundespräsident Christian Wulff stößt mit seinem TV-Interview in der Presse auf heftige Kritik: Die Zeitungen stellen klar, die Affäre sei damit nicht beendet.
Auf sechs Seiten nimmt Christian Wulff über seine Anwälte Stellung zu der Kreditaffäre. Was halten Sie von dieser Erklärung? Diskutieren Sie mit!
Am gestrigen Mittwoch stellte sich der Bundespräsident im Fernseh-Interview den Fragen von Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten. Doch nicht nur Christian Wulff musste Rede und Antwort stehen.
Es sind die wichtigsten 15 Minuten in seiner politischen Karriere. Eben noch war Christian Wulff zu klein für das große Amt des Bundespräsidenten. Doch Gejagter will er nicht bleiben.
Nach dem Interview des Präsidenten regt sich Kritik an dessen Darstellung, er habe mit seinem Anruf beim "Bild"-Chef Berichte zu seinem Fall nicht verhindern wollen. An diesem Donnerstag will Wulff im Internet detailliert auf die Vorwürfe antworten.
Wer die Macht hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Das Internet ist voller Wulff-Witze, die Affäre inspiriert die Netzgemeinde zu Pointen und Fakes jedweder Art. Über die Funktion des politischen Witzes in Skandal- und Krisenzeiten der Demokratie.
Bundespräsident Christian Wulff hat in einem Interview mit ARD und ZDF einen Rücktritt abgelehnt, aber Fehler eingestanden. Union und FDP reagieren erleichtert auf die Erklärung.

Ohne, dass der Bundespräsident auch nur ein Wort gesagt hat, verliert er mit seiner Informationspolitik schon wieder an Glaubwürdigkeit. Aber es wird wohl nicht die letzte Verlautbarung sein.
Das Gespräch mit Wulff wird aufgezeichnet und erst bei ARD und ZDF im Netz veröffentlicht und um 20:15 Uhr zeitgleich in beiden Sendern ausgestrahlt. Auch die Bundeskanzlerin hatte den Druck auf Wulff erhöht.

Wulff, zu Guttenberg, Rösler: Die Stunde der Dilettanten hat geschlagen. Blender haben Hochkonjunktur – vor allem in der Politik.
Seit 40 Jahren wacht der Potsdamer Detlev Mohr über Prerows Badegäste
Christian Wulff war nie nur nett. Er kann auch Härte
Christian Wulff war nie nur nett. Er kann auch Härte.

Während Deutschland über Wulffs Anruf beim "Bild"-Chefredakteur diskutiert, werden unliebsame Journalisten in England, Frankreich und Italien regelmäßig Ziel höchsten Zorns.

Der ehemalige Chefredakteur des Spiegels im Interview über Wulff, die "Bild"-Zeitung und seine eigenen Erfahrungen mit Interventionen von Politikern.

Die Forderungen nach einer neuen Erklärung nehmen zu, die Zahl der Unterstützer nimmt ab. Was bedeutet das für den Bundespräsidenten?
Christian Wulffs Wutanruf bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann nährt die Spekulationen um seine politische Zukunft. In sozialen Netzwerken und in der Tagesspiegel.de-Community schießt die Satire ins Kraut. Es wütet ein "Spott-Storm".

Bundespräsident Christian Wulff war nie nur nett. Sein Image als der nette Schwiegersohn war immer nur die eine Seite. Er kann auch Härte.
Christian Wulffs Wutanruf bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann nährt die Spekulationen um seine politische Zukunft. In sozialen Netzwerken und in der Tagesspiegel.de-Community schießt die Satire ins Kraut. Es wütet ein "Spott-Storm".
Die Opposition verschärft den Ton gegenüber dem Bundespräsidenten. Auch in den eigenen Reihen schwindet der Rückhalt für Wulff. Jetzt soll Wulff auch der "Welt am Sonntag" gedroht haben.
Die Drohanrufe bei der "Bild-"Zeitung von Bundespräsident Christian Wulff beschäftigen die Kommentatoren. Und ihr Urteil ist eindeutig: Er kann es nicht.
Es hätte nicht erst ein Bundespräsident in eine Kreditaffäre verwickelt werden müssen, um der Einsicht Geltung zu verschaffen, dass nicht alles, was juristisch in Ordnung war, auch richtig ist. Selbiges trifft ohne Abstriche etwa auch auf die untergegangene DDR zu.
Am Beginn dieser Woche, erscheint es so, als verlören sowohl das Amt als auch Wulff fortschreitend an Würde. Doch sollte er zurücktreten, fragt sich: Wer kann das Amt denn noch bekleiden?
Der Bundespräsident pflegte lange gute Beziehungen zur "Bild"-Zeitung - bis sie einen kritischen Beitrag über seinen Privatkredit plante.
Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert Christian Wulff: Er soll Druck auf Journalisten ausgeübt haben, um kritische Berichte zu verhindern. Der Bundespräsident sagt nur, dass er nichts sagt. Die "Bild" hat ihre Sicht der Dinge erläutert.
Also sprach Sigmar Gabriel: „Es wäre verheerend und nahe an einer echten Staatskrise, wenn innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Mal ein Bundespräsident zurückträte.“ Ja, wäre es dann nicht besser gewesen, schon den ersten Rücktritt eines Bundespräsidenten zu vermeiden, nämlich den des gerade in der Finanzkrise höchst sachkundigen Horst Köhlers?

Die SPD-Spitze um Steinbrück, Steinmeier und Gabriel bringt sich für die Kanzlerkandidatur in Stellung. Nur Generalsekretärin Andrea Nahles droht dabei zum fünften Rad am Wagen zu werden.

Regierung und Opposition fürchten den Rücktritt des Bundespräsidenten. Dabei hätten sie die Krise des Amtes schon viel früher abwenden können und müssen - vor dem Rücktritt Horst Köhlers.

Nach Christian Wulffs Erklärung zu seiner Affäre zog erst einmal der Weihnachtsfrieden ins Schloss Bellevue ein. Doch die Debatte ist damit nicht zu Ende. Hat sich die Sache für den Bundespräsidenten erledigt?
Bankexperten sind erstaunt über Wulffs zeitweilige Kreditkonditionen.