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Thema

Helmut Kohl

Menschen, die sich Ereignisse so vorstellen und sie dann auch so schildern können, als hätten sie tatsächlich stattgefunden, bezeichnet man als Eidetiker. Vielleicht ist Helmut Kohl ein Eidetiker.

Von Gerd Appenzeller

Der größte Fehler, den man bei Eberhard Diepgen machen kann, ist, ihn zu unterschätzen. Der Vorwurf, Berlins Regierender Bürgermeister sei dröge oder gar farblos, ist aktenkundig, aber nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Der CDU-Vize über die Krise seiner Partei, die Zukunft der Sozialversicherung und seine PläneNorbert Blüm (64), war 16 Jahre lang Arbeitsminister - der Einzige, der allen Kabinetten Kohl angehörte. Blüm, der nach der Wahlniederlage 1998 erst den Ministersessel räumte und dann den Vorsitz der nordrhein-westfälischen CDU aufgab, wird nun auch die Spitze der Bundespartei verlassen.

Nach dem Tauziehen um die Besetzung des Chefpostens beim Internationalen Währungsfonds (IWF) hat Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) eine sachliche Debatte über die Reform der internationalen Finanzinstitution gefordert. Allerdings erwarte er nicht, dass die USA vor den Präsidentschaftswahlen im Herbst klare Vorstellungen auf den Tisch legten, sagte Eichel am Mittwochabend vor Journalisten in Washington.

Die Spendenaktion von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl hat am Mittwoch im Bundestag einen heftigen Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition ausgelöst. Die CDU/CSU Fraktion begrüsst uneingeschränkt die neuerliche Spendenaktion ihres früheren Parteivorsitzenden Helmut Kohl, mit der dieser den materiellen Schaden, den er angerichtet hat, wieder gutmachen möchte.

Als der große, alte Patriarch vor einer Woche an die Öffentlichkeit trat und eine eindrucksvolle Liste von Spendern vorführte, die helfen wollten, den von ihm angerichteten Schaden wettzumachen, kam es beim Fernsehen zu einem kleinen Aufstand. Beim ZDF blockierten Hunderte Zuschauer die Telefone.

Von Giovanni di Lorenzo

Wenn die CDU "mitten im Leben" steht, dann muss es sich um mehrere Mitten handeln oder um mehrere Leben. Denn was die Ereignisse dieser Tage miteinander zu tun haben, das wird sich auch der allerklügsten Parteiführung kaum erschließen.

Die neuen Millionenspenden an Helmut Kohl könnten nach Ansicht der SPD zu steuerrechtlichen Konsequenzen für den Alt-Kanzler führen. Die von zum Teil prominenten Gebern zur Verfügung gestellten rund sechs Millionen Mark müssten als steuerpflichtig betrachtet werden, erklärte der SPD-Abgeordnete Klaus Lennartz am Freitag in Berlin.

Die Getreuen des Altkanzlers machen Druck auf Merkel und SchäubleAltkanzler Helmut Kohl will seine neuerliche Spendenaktion zu Gunsten der CDU bald abschließen und dann die Ergebnisse veröffentlichen. Das sagte der ehemalige CDU-Ehrenvorsitzende der "Welt am Sonntag".

Der Nestlé-Verwaltungsratschef Helmut Maucher gehört zu denen, die Helmut Kohls jüngstem Spendenappell gefolgt sind. "Helmut Kohl hat meines Wissens 10 bis 12 Leute angesprochen", sagte Maucher im Gespräch mit dem Tagesspiegel.

Da ist er wieder, der Alte. Jetzt wissen wir endlich, was er all die Stunden in seinem Büro gemacht hat: mit möglichen Spendern telefoniert, sie zum Gespräch empfangen, um sechs Millionen zusammenzubringen.

Von Stephan-Andreas Casdorff

"Frag ich mich auch", lacht Heiner Geißler zurück, wenn er in einer der zahllosen Talk-Shows zur CDU-Krise gefragt wird, warum denn niemand ihn vorschlägt. Zum Parteivorsitzenden.

Von Tissy Bruns

Als Anwalt der Einheit wollte er gelten, Lothar de Maizière, letzter Ministerpräsident der DDR. Aber meist ist er dann doch in seine Lieblingsrolle zurückgefallen, nur Anwalt der Ostdeutschen zu sein.

Der Ex-CDU-Generalsekretär und Ex-Verteidigungsminister strebt nach Höherem. Volker Rühe war schon nach Helmut Kohls Niederlage 1998 als CDU-Chef im Gespräch.

Von Robert Birnbaum
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