Verheerende Feuer im Amazonas : Bolsonaro beschuldigt Umweltschützer der Brandstiftung

Seit Wochen wüten Waldbrände im Amazonas-Gebiet. Brasiliens Präsident Bolsonaro macht nun Umweltschützer dafür verantwortlich.

Waldbrand im Naturpark Chapada dos Guimaraes, Brasilien.
Waldbrand im Naturpark Chapada dos Guimaraes, Brasilien.Foto: Christian Niel Berlinck/dpa

Der rechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat Umweltschutzorganisationen indirekt für die verheerenden Waldbrände in der Amazonas-Region verantwortlich gemacht. „Es kann sein, dass diese NGOs eine kriminelle Handlung begangen haben, um Aufmerksamkeit gegen mich, gegen die brasilianische Regierung zu erlangen“, sagte Bolsonaro am Mittwoch (Ortszeit) laut einem Bericht der Tageszeitung „Folha de São Paulo“.

Er nannte als Grund Kürzungen der Mittel für Organisationen der Zivilgesellschaft durch seine Regierung. Beweise legte er allerdings nicht vor. „Es ist ein Krieg, dem wir gegenüberstehen“, erklärte Bolsonaro in Anspielung auf die Kritik europäischer Länder wie Deutschland und Norwegen an seiner Amazonas-Politik.

Nach Angaben des brasilianischen Weltrauminstitutes Inpe hat die Zahl der Waldbrände in der Amazonas-Region bis August im Vergleich Vorjahreszeitraum um 82 Prozent zugenommen. Seit Anfang August wurden durch Satellitenaufnahmen 9.500 Waldbrände registriert. Die Forscher schlagen Alarm, denn sie sehen einen Zusammenhang zwischen dem massenhaften Ausbrechen der Waldbrände und der Zunahme von illegalen Abholzungen in der Region. Es handelt sich um die schwersten Waldbrände seit sieben Jahren. Die riesigen Rauchwolken haben bereits die 2.700 Kilometer entfernte Metropole São Paulo erreicht und dort den Himmel verdunkelt.

Bolsonaro will den Amazonas gegen internationalen Protest zum Rohstoffabbau freigeben und dafür auch Naturschutzgebiete und Reservate der Ureinwohner opfern. Im Juli war die illegale Abholzung des Amazonas-Regenwaldes fast drei Mal so hoch wie im Vorjahresmonat. Als Konsequenz haben Deutschland und Norwegen Mittel für den Schutz des Regenwaldes eingefroren. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte, die Zusammenarbeit könne nur fortgeführt werden, wenn Klarheit darüber herrsche, ob eine konsequente Reduzierung der Abholzungen verfolgt werde.

Experten erwarten bei der illegalen Abholzung des Amazonas-Regenwaldes in diesem Jahr einen Anstieg um insgesamt 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Derzeit verschwindet im Amazonasgebiet pro Minute eine Waldfläche in der Größe von bis zu dreiFußballfeldern. (epd)

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