Champions League : Paris St. Germain erobert Old Trafford

Die Taktik von Thomas Tuchel geht auf. Mit dem 2:0-Sieg bei Manchester United steht für Paris das Tor zum Viertelfinale weit auf. Rom besiegt Porto.

Sturm der Begeisterung. Auch ohne seinen brasilianischen Superstar Neymar kam Paris zu Treffern. Presnel Kimpembe (rechts) machte den Anfang.
Sturm der Begeisterung. Auch ohne seinen brasilianischen Superstar Neymar kam Paris zu Treffern. Presnel Kimpembe (rechts) machte...Foto: AFP

Thomas Tuchel hatte wohl so eine kleine Vorahnung. Er klatschte beim Gang in die Halbzeitpause ein bisschen vor sich hin. Der deutsche Trainer von Paris St. Germain war nicht unzufrieden, dass seine Mannschaft mit einem 0:0 im Old Trafford bei Manchester United in die Pause ging. Es war nicht unbedingt ein aufregender erster Abschnitt im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League. Aber Tuchel musste am Dienstagabend auch auf seine beiden Top-Angreifer Neymar und Edinson Cavani verzichten.

Kurz nach Wiederbeginn konnte der 45-jährige Tuchel dann die Fäuste ballen. Der aufgerückte Verteidiger Presnel Kimpembe hatte eine Ecke von Angel di Maria aus Nahdistanz volley in die Maschen von Manchester gedroschen. Keine fünf Minuten später erhöhte Kylian Mbappé auf 2:0 für die Pariser, erneut kam die Vorarbeit von di Maria. Beide Male hatte United mächtig geschlafen. Jetzt bekam das Spiel etwas Glanz und Klasse. Das Spiel selbst war entschieden.

Die erste Hälfte war von übertriebener Härte geprägt

Kurz vor Schluss sah Manchesters entnervter Paul Pogba vor 74.054 Zuschauern wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot – was zum am Ende völlig missratenen Abend für den englischen Rekordmeister passte. Nach einer von Taktik und teilweise übertriebener Härte geprägten ersten Hälfte verdiente sich PSG den Sieg dank einer Leistungssteigerung und kann im Rückspiel am 6. März im Prinzenpark das Viertelfinal-Ticket lösen. Im anderen Achtelfinale setzte sich am Dienstag AS Rom mit 2:1 (0:0) gegen den FC Porto durch.

United hatte als Gastgeber den besseren Auftakt erwischt. Dann kamen die Pariser, bei denen auch die beiden deutschen Nationalspieler Thilo Kehrer und Julian Draxler in der Startelf standen, besser ins Spiel. Aber letztlich ging es ohne die ganz großen Torchancen und spielerischen Highlights torlos in die Halbzeit.

United kassierte seine erste Niederlage unter Interimstrainer Ole Gunnar Solskjaer, der den glücklosen José Mourinho abgelöst und in der Premier League zuletzt aus elf Spielen zehn Siege geholt hatte. Eine noch höhere Niederlage verhinderte Manchesters Torwart David de Gea, der unter anderem gegen Mbappé und di Maria reaktionsschnell parierte.

Nach einer Schweigeminute für den bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen argentinischen Profi Emiliano Sala starteten beide Teams engagiert in die Partie. United bestimmte nur in den Anfangsminuten das Geschehen – lautstark unterstützt von den Fans. Marcus Rashford prüfte aus spitzem Winkel PSG-Torwart Gianluigi Buffon. Auch wenig später ließ sich der 41-Jährige nicht überraschen, als er eine Hereingabe von Pogba abfing.

Tuchel forderte mehr Offensivdrang

„Wichtig wird es sein, dass wir gut ins Spiel reinkommen. Wir müssen von Anfang an voll da sein“, hatte Solskjaer vor dem Anpfiff noch im TV-Sender Sky gesagt. Doch die Gäste aus der französischen Hauptstadt übernahmen nach rund 20 Minuten mehr und mehr die Kontrolle. Tuchel gestikulierte wild am Spielfeldrand und forderte mehr Offensivdrang seiner Mannschaft. Den sah der Ex-BVB-Coach bei einer Kombination über Marco Verratti und Draxler, doch Mbappé stand beim Pass des deutschen Nationalspielers im Abseits.

Der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato zeigte in den ersten 45 Minuten fünf Gelbe Karten, unter anderem gegen die Pariser Profis Draxler und Juan Bernat sowie die Manchester-Akteure Pogba und Ashley Young. Der Mannschaftskapitän hatte Glück, dass er nach einem heftigen Rempler gegen seinen früheren Mitspieler di Maria nicht Gelb-Rot sah (40.). Der Argentinier musste nach seinem Sturz gegen einen Metallzaun behandelt werden, konnte aber weiterspielen. (Tsp/dpa)

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