Duelle in der Formel 1 : „Und dann schießt mich dieser Idiot von der Strecke“

Heute könnte Sebastian Vettel seinen 50. Karrieresieg in der Formel 1 einfahren. Beim letzten Grand Prix in Baku fuhr er seinem Rivalen Lewis Hamilton absichtlich in die Seite.

Henrik Hoelzmann
Rivalen. Im australischen Adelaide (großes Bild) liefern sich 1994 Michael Schumacher (vorn/Benetton-Ford) und Damon Hill (Williams-Renault) einen erbitterten Kampf.
Rivalen. Im australischen Adelaide (großes Bild) liefern sich 1994 Michael Schumacher (vorn/Benetton-Ford) und Damon Hill...Foto: picture alliance / dpa

An diesem Wochenende ist die Formel 1 in Baku (Aserbaidschan) zu Gast. Mit Sebastian Vettel und Lewis Hamilton. Vettel, Hamilton, Baku, da war doch was! Richtig, am 25. Juni 2017 hat der Deutsche den Aufreger des Formel-1-Jahres provoziert, als er Mercedes-Pilot Lewis Hamilton während einer Safety-Car-Phase absichtlich in die Seite fuhr. Ein Blick in die Historie zeigt, dass dieses unrühmliche Manöver kein Einzelfall war. Auch Legenden wie Ayrton Senna und Michael Schumacher verhielten sich einst ähnlich rüpelhaft. Ein Rückblick.

08.08.1982, GP von Deutschland in Hockenheim: Nelson Piquet vs. Eliseo Salazar

Der Grand Prix von Deutschland 1982 hat als „Boxkampf von Hockenheim“ seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Formel 1 sicher. Hauptdarsteller dieser filmreifen Szene sind Nelson Piquet und Eliseo Salazar. In der 19. Runde läuft Piquet auf den zur Überrundung anstehenden Salazar auf. Piquet lenkt in die Schikane ein, doch der Chilene, der Piquet offenbar wegen eines fehlenden Außenspiegels übersieht, kann die Kollision nicht mehr vermeiden.

Beide Fahrer springen aus ihren Autos. Piquet ist wütend, attackiert seinen Unfallgegner mit einigen Schlägen und Tritten. Über Patrick Tambays Sieg spricht nach dem Rennen keiner mehr. Ein milde gestimmter Salazar sagt im Anschluss: „Ich hatte großen Respekt vor Nelson, er hat mir in der Anfangsphase meiner Karriere sehr geholfen.“ Piquet ist weniger versöhnungsbereit. „Natürlich war ich sauer! Das wärst du auch. Ich hatte das Rennen in der Tasche, und dann schießt mich dieser Idiot von der Strecke“, beschwert er sich einem Reporter gegenüber.

22.10.1989, GP von Japan in Suzuka: Alain Prost vs. Ayrton Senna

1989 machen Alain Prost und Ayrton Senna den WM-Titel unter sich aus. Beim GP von Japan, dem vorletzten Rennen des Jahres, muss Senna gewinnen, um noch eine Chance im Finale in Australien zu haben. In Runde 40 kommt es zum dramatischen Höhepunkt: Senna setzt gegen Prost zum Überholmanöver an, doch an beiden Autos blockieren die Reifen, sie verhaken sich und kommen zum Stillstand.

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Die beiden McLaren-Profis gestikulieren wild, ehe Streckenposten die Fahrzeuge lösen und anschieben. Prost muss das Rennen beenden, Senna fährt trotz beschädigtem Frontflügel zum Sieg. Seine Freude kennt keine Grenzen, doch sie währt nicht lange. Der Brasilianer wird disqualifiziert, weil er nach der Kollision die Schikane ausgelassen und die Strecke abgekürzt hat. Der WM-Titel geht an Prost.

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