Einer der Größten hat Geburtstag : Box-Legende George Foreman wird 70

Der glatzköpfige Texaner ist der älteste noch lebende Schwergewichtsweltmeister. Sein Kampf gegen Muhammad Ali war ein Ereignis wie die Mondlandung.

Rumble in the Jungle. Am 30.10.1974 boxt George Foreman (links) gegen Muhammad Ali in Kinshasa, früher Zaire, heute Kongo.
Rumble in the Jungle. Am 30.10.1974 boxt George Foreman (links) gegen Muhammad Ali in Kinshasa, früher Zaire, heute Kongo.Foto: picture-alliance / dpa

Am Donnerstag wird der frühere Boxweltmeister George Foreman 70 Jahre alt. Der glatzköpfige Texaner ist der älteste noch lebende Schwergewichtsweltmeister. Vor allem aber ist Foreman einer der bedeutendsten Boxer überhaupt. Ein anderer der großen Champs, Joe Frazier beispielsweise, der am Samstag 75 werden würde, ist seit sieben Jahren tot. Und Muhammad Ali, der Größte, der kommende Woche 77 geworden wäre, ist mit 74 verstorben. Diese drei Boxer haben uns die legendärsten Kämpfe geliefert und sind zu Lebzeiten zu Legenden geworden. Es waren epochale Ereignisse. Für sie haben die Menschen in Europa sich nachts den Wecker gestellt, um sie im Fernsehen zu verfolgen.

Foreman vs Ali - der Kampf aller Kämpfe

Das erste Duell Frazier versus Ali im März 1971 in New York ging als „Fight of the Century“ und mit der ersten Niederlage Alis in die Geschichte ein. Das dritte Duell der beiden Olympiasieger im Oktober 1975 auf den Philippinen, der „Thrilla in Manila“, gilt bis heute als der Kampf mit der höchsten Intensität. „Wir kamen als junge Champions nach Manila und gingen als alte Männer“, sagte der Sieger Ali danach. Dazwischen kam es im Oktober 1974 zum „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa in Zaire, dem heutigen Kongo. Der Kampf aller Kämpfe zwischen Weltmeister Foreman und Herausforderer Ali wurde zu einer Sensation wie die Mondlandung. Es war die Sportveranstaltung des vergangenen Jahrhunderts. In einer feuchtheißen afrikanischen Tropennacht schlug der charismatische Ali den für unbesiegbar gehaltenen Foreman in der achten Runde. Nach der Niederlage, die Foreman in tiefe Depressionen stürzte, wurde er Priester in der Apostolic Church. Als Vater von elf Kindern finanzierte er Waisenhäuser und setzte sich für benachteiligte Jugendliche ein.

Zwanzig Jahre später, im November 1994, ist Foreman noch einmal Weltmeister geworden, als er Michael Moorer schlug. Mit 45 Jahren! Was ihm zum ältesten Schwergewichtsweltmeister der Geschichte macht. Danach boxte er noch vier Mal, unter anderen gegen den Deutschen Axel Schulz. 1997, 28 Jahre nach seinem Profidebüt, verließ Foreman den Boxring für immer. Nach 81 Kämpfen, 76 Siegen und 68 Knockouts.

Reich geworden mit Grills

Anschließend ist Foreman Geschäftsmann geworden, der deutsche Schäferhunde züchtet, für 150 Millionen Dollar Elektrogrills verkauft hat und sich bester Gesundheit erfreut. Happy Birthday, Big George!

Vor drei Jahren in Niedersachsen. Foreman ist Ehrengast der 29. Weltmeisterschaft für Deutsche Schäferhunde.
Vor drei Jahren in Niedersachsen. Foreman ist Ehrengast der 29. Weltmeisterschaft für Deutsche Schäferhunde.Foto: Harnack/dpa
Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!