Sport : Freire siegt in San Remo

Erik Zabel wird beim Radklassiker Sechster

Hartmut Scherzer

San Remo - Cool und gelassen, geduscht und umgezogen, trat Erik Zabel an die Bustür und sagte: „Ich bin enttäuscht, weil das Team nicht gewonnen hat. Wenn man berücksichtigt, dass ich versucht habe, den Spurt anzuziehen, dann bin ich mit meinem sechsten Platz persönlich sehr zufrieden.“ Das Team Milram hatte mit Alessandro Petacchi auf den falschen Fahrer gesetzt. Denn Oscar Freire nutzte den vom Team Milram angefahrenen Massensprint zu seinem zweiten Sieg nach 2004 beim Frühjahrsklassiker Mailand – San Remo.

Beim Massensprint zum hundertjährigen Jubiläum auf der Via Roma in San Remo flog der Spanier auf den letzten hundert Metern, den Australier Allan Davis und den belgischen Star Tom Boonen im Sog, noch mühelos an den beiden Favoriten des deutsch-italienischen Milram-Teams vorbei. „Wir sind voll gefahren. Hundert Meter vor dem Ziel war ich dann ausgebrannt und hatte gehofft, dass Alessandro vorbeikommt“, sagte Zabel. Er schaute sich um und machte die Geste: Nun komm! Doch Petacchi kam nach 294 Kilometern nicht mehr, er wurde Achter.

Zuvor gab es auf der nassen Strecke zahlreiche Stürze. Am schlimmsten traf es das Team Gerolsteiner. Der Italiener Davide Rebellin fuhr trotz eines schweren Sturzes weiter, sein Teamgefährte David Kopp lag minutenlang mit einem Nasenbruch auf dem Asphalt, ehe der Kölner im Krankenwagen abtransportiert wurde. Am schlimmsten erwischte es das dritte Sturzopfer von Gerolsteiner, Andrea Moletta. Der Italiener erlitt einen Oberschenkelbruch.

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