Heimspiel am Samstag : Hertha BSC und die Parallelen zu RB Leipzig

Im Olympiastadion kommt es im Spitzenspiel zum Duell der Tabellennachbarn. Herthas Trainer Pal Dardai hat ein sehr gutes Gefühl.

Gegen die Großen sah Pal Dardais Hertha in dieser Spielzeit gut aus.
Gegen die Großen sah Pal Dardais Hertha in dieser Spielzeit gut aus.Foto: Thissen/dpa

Pal Dardai probierte erst gar nicht, sich zu verstellen. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl“, sagte der Trainer von Hertha BSC, als er auf das Heimspiel am Samstag (18:30 Uhr) gegen RB Leipzig angesprochen wurde. „Wir haben die Chance, zu Hause zu gewinnen, wir sind alle sehr motiviert, die Stimmung ist gut.“ Vier Tage nach dem Pokalsieg in Darmstadt empfangen die Berliner als Tabellensechster den Tabellenfünften zum Topspiel des zehnten Spieltags. „Für uns ist das ein Spitzenspiel“, sagte Herthas Manager Michael Preetz, „beide Mannschaften verfügen über gute Qualität, beide haben derzeit einen Lauf.“ Was will man mehr?

Beide Teams sind erst einmal bezwungen worden


Tatsächlich weisen beide Mannschaften gerade einige Parallelen auf. Beide Klubs haben jeweils 16 Punkte gesammelt, Leipzig hat ein Tor mehr (16) erzielt und ein Gegentor weniger (9) kassiert als die Berliner. Beide Mannschaften wurden in der aktuellen Bundesligasaison erst einmal bezwungen, beide weisen jeweils vier Siege und vier Unentschieden auf. Allerdings sind die Leipziger, die am Mittwoch die TSG Hoffenheim im Pokal mit 2:0 bezwungen haben, wettbewerbsübergreifend nun schon seit neun Pflichtspielen ohne Niederlage (sechs Siege, drei Unentschieden) – die Berliner seit fünf Spielen (zwei Siege, drei Unentschieden). Auffallend ist zudem, dass die Leipziger in den vergangenen fünf Spielen ohne Gegentor geblieben sind.

In den vier Duellen fielen 19 Tore


„Jede Mannschaft hat ihre eigene Spielweise und ihren eigenen Matchplan“, sagte Dardai, der auf den wiedergenesenen Per Skjelbred zurückgreifen kann. An die herbe 2:6-Heimniederlage gegen die Leipziger zum Ende der vorigen Saison im Mai mochte er überhaupt nicht mehr denken. „Das ist so weit weg“, sagte der Ungar. Wohlwissend, dass die bisher erst vier Bundesligaduelle mit den Leipzigern außerordentlich torreich waren. 19 Tore fielen in diesen vier Begegnungen, also durchschnittlich 4,74 Tor pro Spiel. Gerade in den beiden Heimspielen (1:4 und 2:6) „taten wir uns schwer“, wie Manager Preetz sagte.


Doch das alles konnte Pal Dardai in seinem Optimismus nicht bremsen. „Wir werden etwas anders machen“, sagte Dardai. Konkretes wollte er nicht verraten, denn „das werden sie schon zu spüren bekommen“. Nur wenig ließ sich der Ungar entlocken. „Was passiert in den drei, vier Sekunden, nachdem wir den Ball erobert haben? Wie gut ist dann unser Positionsspiel?“, sagte Dardai. Leipzig sei nämlich im Gegenpressing stark. Andererseits: „Was passiert bei uns, wenn sie den Ball erobern?“ sagte er und lächelte spitzbübisch. Die Leipziger sind nach einem vergleichsweise holprigen Saisonstart und einer für sie sehr peinlichen 2:3-Heimniederlage in der Europa League gegen die österreichische Konzernfiliale von Red Bull, RB Salzburg, richtig stark geworden. Wenn man so will, so haben die Sachsen wieder zurückgefunden zu ihrem Markenkern, dem schnellen und vertikalen Umkehrspiel.

Dardai will drei Punkte in Berlin behalten


Das ist Dardais Trainerteam in Berlin nicht entgangen. „Natürlich brauchen wir eine gute Tagesform. Wenn sieben, acht Jungs von uns eine starke Tagesform haben, können wir jeden Gegner schlagen“, sagte Dardai. Bis auf Marko Grujic, der kommende Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll, hat der 42-Jährige alle Spieler an Bord. Dass die Leipziger wegen der zusätzlichen Aufgaben in der Europa League samt Qualifikation neun Pflichtspiele mehr bestritten haben als die Berliner, ist für Dardai zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht ausschlaggebend. In der Rückrunde sei eine solche Konstellation vielleicht ein Vorteil. Doch auch so blieb Dardai kämpferisch: „Wir wollen die drei Punkte unbedingt hier behalten.“

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