Missbrauchs-Anklage : Neue Vorwürfe gegen Ronaldo

Nach der Klage durch eine US-Amerikanerin soll sich eine zweite Frau bei deren Anwalt gemeldet haben. Ronaldo sei ihr gegenüber ebenfalls übergriffig geworden.

Wird von mehreren Frauen der sexuellen Belästigung bezichtigt: Cristiano Ronaldo, hier im Trikot seines Vereins Juventus Turin.
Wird von mehreren Frauen der sexuellen Belästigung bezichtigt: Cristiano Ronaldo, hier im Trikot seines Vereins Juventus Turin.Foto: Miguel Medina/AFP

Der portugiesische Fußballspieler Cristiano Ronaldo sieht sich weiteren Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs ausgesetzt. Nach der Zivilklage der US-Amerikanerin Kathryn Mayorga soll sich eine zweite Frau bei deren Anwalt Leslie Stovall gemeldet haben. Sie habe von ähnlichen Erfahrungen mit Ronaldo berichtet, sagte Stovall der britischen Boulevardzeitung "Daily Mail". Er wollte den Namen der Frau nicht nennen, habe die Informationen aber an die Polizei in Las Vegas weitergegeben, die in Mayorgas Fall ermittelt.

Kathryn Mayorgas Fall war durch eine Recherche des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bekannt geworden. Dort erzählte die Amerikanerin, dass sie Ronaldo 2009 in einer Bar in Las Vegas kennengelernt und anschließend mit einer Freundin, Ronaldos Cousins und dem Fußballspieler selbst in dessen Penthouse gefeiert hätte. Dort hätte er sich ihr zunächst im Badezimmer genähert, sie gebeten sie zu befriedigen und zu küssen und sie anschließend in sein Schlafzimmer gezogen, wo er sie nach Mayorgas Behauptung anal vergewaltigt haben soll.

Mayorgas damalige Anwältin erwirkte eine außergerichtliche Einigung mit Ronaldo, die beinhaltete, dass Mayorga unter keinen Umständen und mit niemandem über die Vorfälle reden dürfe. Ihr jetziger Anwalt Stovall war zu einer anderen Einschätzung gekommen und hatte deshalb Zivilklage eingereicht sowie die Zusammenarbeit mit den Medien eingeleitet.
Cristiano Ronaldo selbst weist sämtliche Vorwürfe zurück, will sich aber nicht im Detail äußern, sondern die Untersuchungen abwarten. Sein Verein und der portugiesische Fußballverband stellten sich hinter den mehrfachen Weltfußballer. (Tsp)

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