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Nach Rassismusvorwurf : Toni Kroos über Mesut Özil: "Höherer Anteil an Quatsch"

Nationalspieler Toni Kroos hat sich zu der Causa Mesut Özil geäußert und deutliche Kritik an dem Spieler von Arsenal London geübt.

15.08.2018, Estland, Tallinn: Fußball: UEFA Supercup, Real Madrid - Atletico Madrid im Lilleküla Stadion. Toni Kroos von Real Madrid regaiert.
15.08.2018, Estland, Tallinn: Fußball: UEFA Supercup, Real Madrid - Atletico Madrid im Lilleküla Stadion. Toni Kroos von Real...Foto: Marius Becker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die meisten Nationalspieler hatten sich zuletzt zurückhaltend zu Mesut Özil, dessen Rassismusvorwurf sowie dessen Rücktritt geäußert. Anders nun Toni Kroos, der Spieler von Real Madrid. "Die Art und Weise seines Rücktritts war nicht in Ordnung. Der Anteil, der in seiner Erklärung gut und richtig angesprochen wird, wird leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet. Ich denke, dass er selbst weiß, dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und des DFB nicht gibt", sagte er der "Bild"-Zeitung". Die Art der Kritik an Özil sei sicher nicht immer auf gutem Niveau gewesen, so Kroos weiter, "aber da muss man als Spieler dann durch."

Die umstrittenen Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan sieht Kroos nicht als Grund für das erstmalige Vorrunden-Aus bei einer WM. „Aus meiner Sicht wäre es peinlich, sich als Mannschaft hinter dieser - hauptsächlich öffentlich ausgetragenen - Debatte zu verstecken und dies mit als Grund für das Abschneiden zu nennen“, sagte er.

Özil, das sagte Kroos aber auch, sei „ein lieber Kerl“ und hätte „einen besseren Abgang verdient gehabt.“

"Wir müssen wieder gieriger werden"

Kroos sprach in dem Interview aber auch über die Konsequenzen aus der missglückten WM. Er verlangte, „dass wir wieder gieriger und zwingender werden, was das Toreschießen angeht“. Dazu muss der Gegner wieder das Gefühl bekommen, dass er ungern gegen Deutschland spielt, fügte der Mittelfeldspieler von Real Madrid hinzu. „Wir müssen wieder unangenehmer werden im Defensivverhalten als Mannschaft. Das müssen wir verbessern - ohne dabei nur aufs Verteidigen aus zu sein.“

Die bei der Weltmeisterschaft in Russland zu beobachtende Konzentration der Teams auf die Defensive mit dem Setzen von Nadelstichen nach vorn sieht Kroos nicht als Mittel für die DFB-Auswahl. „Diese Entwicklung sollten wir nicht mitgehen. Wir müssen in unserem Spiel bessere Lösungen finden. Die Qualität dafür bringen wir nach wie vor mit, davon bin ich überzeugt“, sagte Kroos.

Gleichzeitig forderte er, man müsse wieder dahin kommen, dass jeder in der Mannschaft sein Ego in den Hintergrund stelle. Das werde in den Zeiten von Social Media, einigen ausschließlich lobenden Beratern und anderen Einflüssen allerdings nicht einfacher. „Wer nur auf Lobeshymnen hört und dann denkt, er ist der Beste, Tollste und Schönste, der tut sich schwer damit, wenn er plötzlich auf der Bank sitzt“, sagte Kroos. (Tsp/dpa)

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