• Olympiasieg und WM-Gold: Warum Aljona Savchenko und Bruno Massot jetzt nicht aufhören sollten

Olympiasieg und WM-Gold : Warum Aljona Savchenko und Bruno Massot jetzt nicht aufhören sollten

Aljona Savchenko und Bruno Massot haben im Eiskunstlauf alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Daraus ergibt sich eine einmalige Chance. Ein Kommentar.

Foto: dpa

Es ist wieder Gold geworden für die Eiskunstläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot. Diesmal bei der Weltmeisterschaft. Weniger ergreifend zwar als vor einigen Wochen noch bei den Olympischen Spielen, aber noch präziser, diesmal mit Weltrekord-Punkten.

Die Lobeshymnen und Jubelarien waren kaum verklungen, da kam schon die Frage auf: Wie geht es jetzt weiter für die beiden? Olympiasieger, Weltmeister – was soll da noch kommen? Aufhören sollten sie, sagen manche Experten. Sportlich ist ja keine Steigerung mehr möglich. Und so emotional wie das Gold von Pyeongchang wird wohl auch nie wieder ein Sieg sein. Bloße Medaillenhäufung allein treibt niemanden an. Wozu also noch?

Savchenko und Massot haben sich Bedenkzeit erbeten. Das ist ihr gutes Recht – ebenso, wie das größtmögliche Kapital zu schlagen aus dem Erfolg, den sie sich über Jahre so hart erarbeitet haben. Bei allen persönlichen Interessen sollten sie aber auch einkalkulieren: Es ist nicht nur ihr Geldbeutel, der an der Entscheidung hängt.

Sicher, die Aussicht ist schön, dass man lebenslang zehren kann vom Erfolg. Wenn man aussorgen kann mit Eisshows und Werbeverträgen, vielleicht TV-Auftritten fernab der täglichen Quälerei, die der Spitzensport mit sich bringt. Das ist bislang in Deutschland nur Kati Witt gelungen.

Aber Verantwortung bringt der Erfolg auch für Sport und Nachwuchs mit sich. Eiskunstlaufen hat nun in Deutschland die Aufmerksamkeit, die es braucht, um eine Sportart wachsen zu lassen. Doch Fernsehzeiten sind nicht selbstverständlich. Sie sind noch personengebunden, geknüpft an ihre Gesichter – an die Erinnerung der Gefühle, die das Paar mit dem Olympiasieg bei Millionen ausgelöst hat. Hörten sie jetzt auf, wäre diese Chance für den Sport so schnell verloren, wie sie unverhofft gekommen ist. Savchenko und Massot sollten das bedenken, wenn sie ihre Entscheidung fällen.

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