Velimir Petkovic bleibt Füchse-Trainer : Der richtige Mann am richtigen Ort

Die Füchse Berlin und Velimir Petkovic setzen ihre Zusammenarbeit fort. Warum das für den Verein eine gute Entscheidung ist. Ein Kommentar.

Manchmal verbissen, aber erfolgreich. Velimir Petkovic soll die Füchse bis 2020 weiter trainieren.
Manchmal verbissen, aber erfolgreich. Velimir Petkovic soll die Füchse bis 2020 weiter trainieren.Foto: dpa

Damals, bei seiner Präsentation im Dezember 2016, schwebten zahlreiche Fragezeichen über der Personalie Velimir Petkovic. Etwa die, ob der routinierte Handball-Trainer von 60 Jahren der richtige Mann für die Füchse Berlin ist, ob seine Methoden noch zeitgemäß sind, ja, ob er denn überhaupt zu diesem Verein passt, der auf vielen Positionen stets sehr jungen Menschen vertraut hatte – sei es im Profi-Team, auf der Trainerbank oder im Betreuerstab.

14 Monate und eine Vertragsverlängerung später lässt sich nun festhalten: Petkovic war eine ausgesprochen gute Wahl. Unter der Verantwortung des inzwischen 61-Jährigen haben sich die Berliner stabilisiert; sie stehen in der Bundesliga so gut da wie nie zuvor zu diesem Zeitpunkt, auf Tabellenplatz zwei nämlich. Für die Teilnahme am alljährlichen Finalturnier um den DHB-Pokal fehlt auch nur noch ein Sieg. So weit zur sportlichen Gemengelage.

In Berlin geht es um mehr als das nackte Resultat

In einer Stadt wie Berlin mit all seinen Profi-Klubs in all den Sportarten geht es aber immer auch um mehr als das reine Resultat, es geht um Außendarstellung und Identifikation, um Typen und ihre Geschichte. Petkovic hat eine äußerst interessante Geschichte zu erzählen; die eines Mannes, der im fortgeschrittenen Alter zu einem Top-Team kam wie die Jungfrau zum Kind. Völlig unverhofft.

Petkovic hat diese Chance genutzt. Die Anekdoten aus Eisenach, wo sein Team angeblich gegen ihn meuterte, sind endgültig Geschichte, die Gegenwart heißt: Berlin. Mit Aussicht auf die erste Champions-League-Qualifikation der Füchse seit Jahren. Für Petkovic selbst wäre das auch eine Premiere: In seiner langen Trainerkarriere hat er nie am prestigeträchtigsten Europapokal teilnehmen dürfen. Ob er das vor eineinhalb Jahren für möglich gehalten hat? Vermutlich eher nicht.

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