• Volleyball-Bundestrainer im Interview: Vital Heynen: "Die Volleys machen keine Fehler"

"Der Unterschied zu Friedrichshafen oder Haching ist gar nicht so groß."

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Volleyball-Bundestrainer im Interview : Vital Heynen: "Die Volleys machen keine Fehler"
Vital Heynen, 43, ist seit Februar 2012 Bundestrainer. Mit den deutschen Männern erreichte er das Viertelfinale bei Olympia in London. Zuvor gewann der Belgier zahlreiche Titel in seiner Heimat.
Vital Heynen, 43, ist seit Februar 2012 Bundestrainer. Mit den deutschen Männern erreichte er das Viertelfinale bei Olympia in...Foto: AFP

Warum haben die Friedrichshafener solche Schwierigkeiten mit den Berlinern?

Ich hatte erwartet, dass die Aufschläge das Finale entscheiden, aber sie haben es auch in eigener Halle nicht geschafft, damit Druck aufzubauen. Das ist nicht einfach im Kopf, beim Aufschlag drei, vier Sekunden zu stehen, wenn die letzten Versuche nicht gut waren. Kann Berlin den Ball einmal annehmen, wird es schwer. Und Kromm und Kmet können ohnehin alles blocken.

Welche Rolle spielen die Zuschauer?

Wenn 7000, 8000 Leute hinter dir stehen, gibt dir das noch einmal einen extra Drive, das haben wir auch gemerkt, als wir uns in Berlin für Olympia qualifiziert haben. In den Augen der Berliner sieht man den Glauben, alles schaffen zu können.

Ist die Qualität der Volleys einfach höher?

Der Unterschied zu Friedrichshafen oder Haching ist gar nicht so groß, da leistet Mark Lebedew einfach gute Arbeit. Er ist jemand, mit dem man gern redet und der mit Ahnung und Herz dabei ist. Ich kenne ihn, seit er Trainer in Belgien war und freue mich, dass er den Erfolg hat.

Wird Berlin der neue Serienmeister?

Ich hatte nach letzter Saison nicht erwartet, dass Berlin den Titel verteidigt, aber da lag ich wohl auch schon falsch. Wenn man erst einmal in einen Zyklus kommt und das Gefühl hat, der Beste zu sein, dann müssen die Herausforderer erst einmal dazwischenkommen. Aber diese Konkurrenz kann dem deutschen Volleyball nur gut tun, da sind die Volleys eine Lokomotive.

Das Gespräch führte Dominik Bardow.

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