FRAGEN  an Ahmad Mansour : Sollte in Moscheen auf Deutsch gepredigt werden?

Klartext zur Integration: Fragen von Tagesspiegel-Lesern an den Extremismusexperten Ahmad Mansour.

Ahmad Mansour.
Ahmad Mansour.Foto: Tsp

Klartext zur Integration: In seinem neuen Buch wendet sich der in Israel geborene Psychologe und Extremismusexperte Ahmad Mansour „gegen falsche Toleranz und Panikmache“. Vor Kurzem stellte er es auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit im Tagesspiegel vor. Hier einige Fragen der Gäste.

Wie kann man zielgerichtet die säkularen Muslime und unpolitischen Menschen aus Anatolien und dem Nahen Osten in Deutschland unterstützen? Tayfun Uyulmaz, Wilmersdorf

Der erste Schritt besteht darin, dass wir Begegnungen auf Augenhöhe schaffen, indem wir mit den Menschen sprechen, ihnen das Gefühl geben, akzeptiert und respektiert in dieser Gesellschaft zu sein. Das können Einladungen, Besuche, offene Begegnungen auf der Straße, in der Bahn sein. Wenn Menschen mit einbezogen werden, dann baut das viele Ängste ab – auf beiden Seiten – und ermöglicht so einen emotionalen Zugang zu diesem Land.


Wie können wir Menschen erreichen, die sich aus kulturellen Gründen, aus ihrer Einstellung heraus gegen Integration total wehren? Alexander Bungard, Schöneberg

Schon bei der Ankunft muss der Staat selbstsicher und entschieden die verbindenden Werte kommunizieren. Das bedeutet im Zweifel auch, gegen Einstellungen von Eltern zu arbeiten, indem wir Kindern in der Schule unsere Werte vermitteln und ihnen Alternativen zeigen.

Würde es helfen, wenn in Moscheen auf Deutsch gepredigt würde? Annette Wesselowski, Steglitz

Wenn in allen Moscheen auf Deutsch gepredigt würde, wäre dies ein guter Anfang. Damit ist die Debatte jedoch nicht beendet. Die meisten Salafisten predigen auf Deutsch. Ich wünsche mir Predigten auf Deutsch, die ohne Wenn und Aber mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sind.


Integration in ein fremdes Land bedeutet sowohl Gewinn als auch Verlust. Gibt es Verluste, die Sie bedauern? Christiane Schreve, Steglitz

Die Entscheidung auszuwandern war eine selbstbestimmte. Aber natürlich bedeutet es immer einen Verlust, weit weg von der Familie zu sein, Freunde zu verlassen. Wonach ich heute noch hin und wieder vergeblich suche, ist der Geruch eines bestimmten Essens. Das stimmt mich manchmal, je nach Tageslaune, ein wenig sentimental, aber meine Entscheidung, hier in Deutschland zu leben, bereue ich überhaupt nicht.

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