• Entführungsfall Markus Würth: Frau hatte aus Langeweile die Polizei-Hotline angerufen

Entführungsfall Markus Würth : Frau hatte aus Langeweile die Polizei-Hotline angerufen

Die entscheidende Hinweisgeberin hat den Entführer von Markus Würth an der Stimme erkannt. Die Polizei observierte ihn seit Januar und schlug dann zu.

Daniel Muth (l), Kriminaloberrat der Kriminaldirektion Osthessen, und Thomas Hauburger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag vor der Presse.
Daniel Muth (l), Kriminaloberrat der Kriminaldirektion Osthessen, und Thomas Hauburger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am...Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Polizei hat den mutmaßlichen Entführer des Milliardärssohns Markus Würth seit Januar intensiv überwacht. Zuvor habe eine Zeugin den entscheidenden Hinweis auf den 48 Jahre alten Mann gegeben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, am Donnerstag in Fulda. Die Frau aus dem Rhein-Main-Gebiet hatte die Stimme des Mannes wiedererkannt. Er hatte zuvor Handwerkerarbeiten in ihrem Haushalt erledigt.

Die Polizei hatte seit der Entführung im Juni 2015 im osthessischen Schlitz den Mitschnitt eines Anrufs des Lösegeld-Erpressers zur Fahndung genutzt. Wie Hauburger sagte, hat die Frau im Januar dieses Jahres ein Fahndungsplakat der Polizei zu dem Fall gesehen und „aus Langweile die Nummer“ der Hotline mit dem Mitschnitt gewählt. Die Stimme habe sie an den Handwerker erinnert.

An den Baum gekettet

Der Hinweis der Frau führte zur Festnahme des Mannes am Mittwoch in seiner Wohnung in Offenbach. Sprachexperten waren Hauburger zufolge während der wochenlangen Überwachung des Mannes mit serbischen Wurzeln zur Erkenntnis gelangt, dass es sich „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ um den Anrufer handelt, der von der Familie Würth das Lösegeld habe erpressen wollen.

Der 48-Jährige sitzt wegen des dringenden Tatverdachts des erpresserischen Menschenraubes in Untersuchungshaft. Er soll den damals 50-Jährigen Markus Würth im Juni 2015 in Osthessen entführt haben. Der behinderte Sohn des baden-württembergischen Schraubenherstellers Reinhold Würth wurde einen Tag später in einem Wald bei Würzburg an einen Baum gekettet, aber unversehrt gefunden. (dpa)

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