Arbeitsmarkt : Weniger Arbeitslose - trotz der Winterkälte

Die Arbeitslosigkeit sinkt trotz des Winterbeginns weiter. Dennoch äußert sich die Berliner Arbeitssenatorin wegen des Stellenabbaus bei Siemens kritisch.

Draußen wird im Winter weniger gehämmert - eigentlich.
Draußen wird im Winter weniger gehämmert - eigentlich.Foto: dpa

Zuletzt waren in der Hauptstadt 160 332 Menschen arbeitslos gemeldet – was einer Quote von 8,5 Prozent entspricht. Doch obwohl dies ein historischer Tiefstand ist, äußerte sich Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Die Linke) kritisch: Siemens wolle Stellen abbauen, obwohl der Konzern Milliarden verdiene. Im Glühlampenwerk von Ledvance drohe weiteren 220 Menschen der Jobverlust. Beim Online-Versandhändler Amazon würden Mitarbeiter wieder einmal gegen die miserablen Arbeitsbedingungen protestieren. Und dann sind da noch die vielen gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin.

"Arbeitsplatzvernichtung kann und darf nicht die Antwort auf wirtschaftlichen Erfolg sein! Im Gegenteil", sagte sie. "Ich erwarte von den Berliner Unternehmen, dass sie sich ihrer unternehmerischen und sozialen Verantwortung stellen und durch gezielte Investitionen und kluge Strategien zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen." Außerdem bleibe Industrie auch in einer Dienstleistungsstadt ein wichtiger Pfeiler.

Momentan sind Zeitarbeit, Gebäudebetreuung, Sicherheitsdienste, Information und Kommunikation, Handel, Gesundheit und Pflege die Branchen mit der höchsten Nachfrage in Berlin. In Brandenburg suchen Unternehmen vor allem in den Bereichen Handwerk, Industrie und Zeitarbeit Personal. Dort liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 6,5 Prozent.

Arbeitslosenzahl sinkt auch deutschlandweit

In ganz Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen auf rund 2,4 Millionen gesunken, obwohl Stellen in Außenberufen während der kalten Winterzeit tendenziell abgebaut werden. Auch das ist der niedrigste November-Wert seit 1991. Im Vergleich zum Vormonat waren 20 000 weniger Männer und Frauen ohne einen Job. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl um 164 000 zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,3 Prozent.
Erste Lichtblicke gibt es nach Einschätzung von BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker auch bei der Flüchtlingsintegration: Zwar galten im November immer noch 420 000 Flüchtlinge als arbeitssuchend; zugleich fänden aber auch immer mehr eine Stelle. So hätten 195 000 Männer und Frauen aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern zuletzt einen regulären Job gehabt - was 75 000 mehr seien als vor einem Jahr. Meistens arbeiteten sie für Zeitarbeitsfirmen, Kurierdienste und in der Gastronomie.

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