Details zu Sparplänen : Continental streicht 3200 Stellen in Deutschland

Der Autozulieferer reagiert mit Umbau und Werksschließungen auf den Technologiewandel. An drei deutschen Standorten fallen je Hunderte Stellen weg.

Das Logo der Continental AG vor der Hauptverwaltung in Hannover.
Das Logo der Continental AG vor der Hauptverwaltung in Hannover.Foto: Holger Hollemann/dpa

Der Autozulieferer Continental hat im Zuge seines Umbaus Details zum geplanten Stellenabbau beschlossen. Demnach fallen in Deutschland bis zum Jahr 2028 fast 3200 Arbeitsplätze weg. Das erklärte der Aufsichtsrat am Mittwoch, nachdem die Pläne zu entsprechenden „Standortmaßnahmen“ von September konkretisiert wurden. Weltweit will Continental gut 5500 von insgesamt rund 244.000 Stellen streichen.

In Deutschland soll das Werk im pfälzischen Roding 2024 geschlossen werden, 520 Arbeitsplätze sind dort betroffen. In Limbach-Oberfrohna bei Chemnitz fallen 850 Stellen weg, in Babenhausen bei Frankfurt werden 1800 abgebaut. 400 weitere Mitarbeiter, die dort für Forschung und Entwicklung zuständig sind, sollen an andere Standorte umziehen. Insgesamt sollen von Streichungen oder Umbaumaßnahmen in Deutschland in den kommenden zehn Jahren rund 7000 der über 62.000 Mitarbeiter betroffen sein.

Unter anderem die „beschleunigte Umstellung auf Elektromobilität“ zwingt den Autozulieferer nach eigenen Angaben „weltweit zu Anpassungen und auslaufender Produktion an mehreren Standorten“. Continental reagiert mit seinem Programm zum Konzernumbau auf den Technologiewandel und will das Geschäft mit Hydraulikkomponenten für konventionelle Antriebe beenden. Gründe für die Restrukturierung seien auch die „rapide Digitalisierung“, ein „steigender Wettbewerbs- und Kostendruck“ und die Rückgänge in der weltweiten Automobilproduktion.

Im Mai war bekannt geworden, dass Continental wegen „zu hoher Energiekosten“ in Deutschland hier keine Fabrik für Batteriezellen aufbauen wollte. Vorstandschef Degenhart übte damals Kritik an der Bundesregierung.

Der Konzern war zuletzt in die roten Zahlen gerutscht und will ab 2023 seine Kosten jährlich um 500 Millionen Euro senken. Laut Continental-Chef Elmar Degenhart ist sein Unternehmen „in intensiven und konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern£ und wird die betroffenen Mitarbeiter „bestmöglich unterstützen“. Das Unternehmen will sie nach eigenen Angaben „sowohl für den internen als auch für den externen Beschäftigungsbedarf vorbereiten“. (AFP,tsp)

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