Deutsche Post erhöht Preise : Briefporto steigt ab Juli auf 80 Cent

In weniger als einem Monat wird das Porto wieder teurer. Für nicht verbrauchte Marken wird es Ergänzungsmarken im Wert von fünf, zehn, 15 und 20 Cent geben. 

Ein Mann wirft einen Brief in einen Briefkasten. Das Briefporto soll zum 1. Juli steigen.
Ein Mann wirft einen Brief in einen Briefkasten. Das Briefporto soll zum 1. Juli steigen.Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa

Ein Standardbrief der Deutschen Post kostet ab Juli 80 Cent. Außerdem werde das Porto für eine Postkarte im Inland auf 60 Cent steigen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Diese Preise sollen demnach bis Ende 2021 unverändert gelten. Damit erhöht sich das Porto für einen Standardbrief nach "mehr als drei Jahren Preisstabilität" um zehn Cent, wie die Post betonte. Sie verwies darauf, dass der europäische Durchschnittspreis für einen inländischen Standardbrief derzeit bei 97 Cent liegt.

Ebenfalls zehn Cent teurer werden ab Juli in Deutschland der Kompaktbrief, der Großbrief und der Maxibrief. Das Porto für die Postkarte erhöht sich um 15 Cent - das Verschicken kostete mehr als 15 Jahre lang 45 Cent.

Die Post beantragte die Genehmigung der neuen Preise am Montag bei der Bundesnetzagentur und rechnet noch im Juni mit grünem Licht. Für nicht verbrauchte Marken unterhalb des neuen Werts wird es Ergänzungsmarken im Wert von fünf, zehn, 15 und 20 Cent geben. Ein Umtausch der alten Marken ist damit nicht nötig, wie das Unternehmen erklärte.

Erhöhung ist umstritten

Die Erhöhung ist umstritten - ursprünglich sollte das Porto insgesamt nicht so stark steigen wie nun vorgesehen. Die Bundesnetzagentur hatte im Januar einen Erhöhungsspielraum von 4,8 Prozent vorgeschlagen, was der Bonner Konzern mit Verweis auf kontinuierlich sinkende Briefmengen bei höheren Personalkosten als zu wenig kritisiert hatte.

Daraufhin bekam das Unternehmen Schützenhilfe von der Bundesregierung, die eine Verordnung änderte und den Spielraum für Preiserhöhungen vergrößerte. Die Netzagentur musste erneut rechnen und kam auf einen Erhöhungsspielraum von 10,6 Prozent für das Gesamtporto aller Briefarten.

Die Konkurrenz der Post warf dem Bund daraufhin vor, den Wettbewerb zu verzerren - Paketdienste wie Hermes, DPD und GLS stört es, dass die Post durch die staatlich bewilligte Portoanhebung mehr Geld bekommt, womit sie ihren Paketbereich stärken kann. Die Post führt ihren Post- und Paketdienst in einem Bereich, mancherorts tragen ihre Angestellten sowohl Briefe als auch Pakete aus.

Doppelrolle des Bundes

Der FDP wiederum war die Doppelrolle des Bundes beim ehemaligen Staatsmonopolisten ein Dorn im Auge: Einerseits ist die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellte Bundesnetzagentur Aufsichtsbehörde über die Post, andererseits ist der Bund Großaktionär des Unternehmens - von einer Portoerhöhung profitiert indirekt also auch die Staatskasse, wenn die Post Dividende zahlt.

Der frühere Staatsmonopolist wiederum stellt die Erhöhung als angemessen dar, auch weil er als Universaldienstleister zur schnellen Beförderung verpflichtet ist und entsprechend hohe Kosten hat für zahlreiche Briefkästen und viel Personal. Zuletzt war das Porto Anfang 2016 angehoben worden, damals lag der Preiserhöhungsspielraum bei 7,5 Prozent - das Versenden eines Standardbriefs verteuerte sich zum Beispiel von 62 auf 70 Cent, das Verschicken einer Postkarte blieb damals gleich teuer. (AFP, dpa)

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