Exportstopp für Rüstungsgüter : Peene-Werft Wolgast meldet Kurzarbeit an

Wegen des Mordfalls Khashoggi hatte die Bundesregierung die Rüstungsexporte für Saudi-Arabien gestoppt. Für die Peene-Werft hat das nun Konsequenzen.

Die zur Lürssen-Gruppe gehörende Peene-Werft hat rund 300 Mitarbeiter.
Die zur Lürssen-Gruppe gehörende Peene-Werft hat rund 300 Mitarbeiter.Foto: Hannibal Hanschke/Reuters

Wegen des vorläufigen Ausfuhrstopps deutscher Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien hat die Peene-Werft Wolgast den Bau von Patrouillenbooten eingestellt und große Teile ihrer Belegschaft in Kurzarbeit geschickt. Die Entscheidung sei angesichts der hohen und fortwährenden Unsicherheit für die Exportgenehmigung weiterer Boote gefallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Von der Kurzarbeit betroffen seien große Teile der Mitarbeiter aus den Neubau-Abteilungen. Die zur Lürssen-Gruppe gehörende Peene-Werft hat rund 300 Mitarbeiter. Den Auftrag zum Bau der Küstenwachboote für Saudi-Arabien hatte Lürssen vor mehr als fünf Jahren bekommen. Von 35 bestellten Booten sind bereits 15 ausgeliefert.

Die Schiffe 16 und 17, deren Auslieferung im März genehmigt worden war, sind fertig. Sie sollten im November nach Saudi-Arabien gehen, liegen aber noch auf der Werft. Der Bau von acht weiteren Schiffen hat begonnen und ruht nun. Die Bundesregierung hatte als Reaktion auf den Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi angekündigt, für die Zeit der Ermittlungen keine weiteren Rüstungslieferungen mehr in das Land zu genehmigen.

Die Regierung von Mecklenburg-Vorpommern sei nun in Gesprächen mit dem Eigentümer, dem Betriebsrat, den Gewerkschaften und der Bundesregierung über die Ausrichtung der Werft, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel. Die Firma sei „einer der wichtigsten Arbeitgeber in einer der strukturschwächsten Regionen Deutschlands“. Die Kurzarbeit zeige, wie schwierig die Lage für die Mitarbeiter sei. „Wir stehen eng an der Seite der Belegschaft“, versicherte er. (dpa, Tsp)

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