Flughafenbetreiber : Fraport will ins Ausland

Flughafenbetreiber Fraport zieht es angesichts der knappen Kapazitäten auf seiner Heimatbasis Frankfurt immer stärker ins Ausland. Im Fokus steht dabei vor allem China.

Frankfurt/Main - Noch im ersten Halbjahr dieses Jahres solle ein Abkommen mit einem großen chinesischen Flughafen vereinbart werden, sagte Vorstandschef Wilhelm Bender bei der Bilanzvorlage. Derzeit werde noch darüber verhandelt, ob sich das Unternehmen an einem Flughafen beteilige oder nur das Management übernehme.

Im vergangenen Jahr hatte Fraport seinen Umsatz um 2,6 Prozent auf den Rekordwert von 2,14 Milliarden Euro gesteigert. Das Ergebnis nach Steuern stieg sogar um 41,7 Prozent auf 228,9 Millionen Euro. Beim Gewinn wirkten sich auch Sondereffekte aus, darunter eine Ausgleichszahlung für das gescheiterte Terminalprojekt in der philippinischen Hauptstadt Manila. Da diese Effekt wegfallen, erwartet Fraport für das laufende Jahr einen leichten Gewinnrückgang. Die Dividende des im MDax notierten Unternehmens soll von 0,90 Euro auf 1,15 Euro angehoben und in den kommenden Jahren beibehalten werden.

Die Zahl der Passagiere in Frankfurt stieg 2006 um 1,1 Prozent auf 52,8 Millionen. Damit lag der Rhein-Main-Flughafen deutlich unter dem Schnitt der 19 deutschen Verkehrsflughäfen mit 5,3 Prozent Passagierwachstum. "Immer mehr wirkt die beschränkte Kapazität an unserem Konzern-Flaggschiff in Frankfurt als veritable Wachstumsbremse", sagte Bender. Dieses Jahr wird mit einem Passagierplus von etwas über ein Prozent gerechnet. Erst im Jahr 2011 soll mit der Inbetriebnahme einer vierten Piste die Kapazität deutlich steigen, der Ausbau ist in der Region allerdings wegen des Fluglärms umstritten.

Beteiligungen sollen aufgestockt werden

Bereits seit mehreren Jahren versucht das Unternehmen, auch an anderen Standorten aktiv zu werden. Zuletzt gab es neue Engagements in Bulgarien, Indien und Ägypten. In Lima in Peru will das Unternehmen seinen Anteil von 43 auf 60 Prozent aufstocken. Auch bei dem zur Fraport zählenden Flughafen Hannover will das Unternehmen seinen Anteil von 30 auf mehr als 50 Prozent ausbauen.

Am Rhein-Main-Airport will die Fraport das Immobiliengeschäft weiter ausbauen. So sollen mehrere größere Grundstücke rund um den Flughafen wie das Mönchhofgelände oder die Gateway Gardens für Gewerbeimmobilien entwickelt werden. Zum Immobiliengeschäft zählt auch das Airrail Center mit Büros und Geschäften auf dem ICE-Bahnhof am Flughafen. Der Bau, in den 660 Millionen Euro investiert werden, soll 2009 fertig sein. Schon heute erwirtschaftet die Fraport mehr als die Hälfte des operativen Gewinns mit Einzelhandel und der Immobilienvermarktung.

Zehn Prozent mehr Beschäftigte

Die Zahl der Beschäftigten im Fraport-Konzern nahm im Jahresschnitt um fast zehn Prozent auf 28.300 Mitarbeiter zu. In Frankfurt waren 17.500 Menschen beschäftigt, das waren 1100 mehr als im Vorjahr.

Die Zählweise bei den Passagieren wird der Konzern künftig so ändern, dass auch Minderheitsbeteiligungen und Managementverträge berücksichtigt werden. Nach der neuen Berechnungsmethode kam die Fraport-Gruppe bereits im vergangenen Jahr auf rund 100 Millionen Passagiere. Damit macht Frankfurt nur noch rund die Hälfte des Passagieraufkommens aus. (tso/dpa)

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