Für 300 Millionen Euro : Scout24 kauft Finanzcheck

Scout24 lässt sich den Zukauf Millionen kosten. Chef Gregory Ellis sagt, das sei ein Schritt mit "hoher strategischer Bedeutung".

Die Scout-Gruppe ist unter anderem bekannt für das Gebrauchtwagenportal Autoscout24.
Die Scout-Gruppe ist unter anderem bekannt für das Gebrauchtwagenportal Autoscout24.Foto: dpa

Für Scout24 ist es die größte Übernahme seit dem Börsengang vor über drei Jahren. 300 Millionen Euro lässt sich der Portalbetreiber jetzt den Kauf des Kreditvermittlers Finanzcheck kosten – ein großer Erfolg für das Start-up aus Hamburg. Das zählt schon jetzt neben Check24 und Smava zu den größten Vergleichsportalen für Verbraucherkredite: Mit 20 Banken arbeitet Finanzcheck inzwischen zusammen und vermittelt ihnen über das eigene Portal Kreditnehmer. Von dem Verkauf profitieren nun vor allem die Gründer und Investoren, an sie wird der Kaufpreis ausgezahlt.

Ein Zukauf von "hoher strategischer Bedeutung"

Scout24, bekannt für seine beiden Onlinemarktplätze Autoscout24 aus München und Immobilienscout24 aus Berlin, will durch den Zukauf seinen Dienst weiter ausbauen. Wer über die beiden Seiten einen Gebrauchtwagen oder eine Eigentumswohnung kauft, soll gleich online auch den passenden Kredit abschließen können. Bislang kooperiert Scout24 dafür zwar schon mit Finanzcheck, allerdings vermitteln die Marktplätze der Kreditplattform lediglich gegen eine Provision Kunden. Nun soll die Zusammenarbeiter weiter ausgebaut, der Dienst von Finanzcheck stärker bei Scout24 integriert werden. „Es ist eine perfekte Ergänzung für unser Geschäft“, sagt Gregory Ellis, Vorstandschef von Scout24. Er spricht von einem Zukauf mit „hoher strategischer Bedeutung“.

Der Portalbetreiber hofft zudem, auf diese Weise noch mehr über seine Kunden zu erfahren, etwa „einen Einblick in ihre Lebenszyklen“ zu bekommen. Denn wer heute nach einem Ratenkredit sucht, um seine Autoreparatur finanzieren zu können, könnte in ein paar Monaten einen neuen Wagen brauchen. Auf diese Weise kann Scout24 ihn rechtzeitig auf sein Gebrauchtwagenportal aufmerksam machen.

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