Lohnunterschiede werden immer größer : Die Dax-Chefs verdienen so viel wie nie

Die Chefs der Dax-Konzerne haben im vergangenen Jahr so viel verdient wie nie zuvor. Der Durchschnittsdeutsche hatte kaum mehr als im Jahr zuvor.

Der SAP-Chef Bill McDermott.
Der SAP-Chef Bill McDermott.Foto: dpa

Die Chefs der Dax-Konzerne haben im vergangenen Jahr so viel verdient wie nie zuvor. Ihre Gesamtvergütung stieg gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 3,5 Prozent auf einen Rekordwert von 7,4 Millionen Euro, wie aus einer Studie des Beratungsunternehmens hkp-Group hervorgeht. „Insbesondere bei den Jahresboni ist aufgrund des außerordentlich guten Geschäftsjahres 2017 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen“, sagte hkp-Partner Michael Kramarsch.

Top-Verdiener war erneut SAP-Chef Bill McDermott mit einer Gesamtvergütung von 21,15 Millionen Euro – ein historischer Spitzenwert. Nach aktuellem Stand liege er damit in ganz Europa vorn. Die Marke von zehn Millionen Euro durchbrachen außerdem Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche (13,04 Mio.), BASF-Chef Kurt Bock (10,96 Mio.), Siemens-Chef Joe Kaeser (10,84 Mio.) sowie VW-Chef Matthias Müller (10,27 Mio.). Zusammen erhielten die 29 Dax-Vorstandschefs rund 200 Millionen Euro. Der Bericht der Commerzbank lag noch nicht vor.

Über die hohe Vergütung der Mitglieder des VW-Vorstands hatte sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kürzlich aufgeregt. Er meinte, er habe nach den Abgas-Skandaljahren eine höhere Sensibilität der Top-Manager in Wolfsburg erwartet. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war darüber „erstaunt“. Die Höhe von Managergehältern führt regelmäßig zu der Debatte, ob diese angemessen sind; ob sie noch in Relation zur erbrachten Leistung stehen – und zu dem, was der Durchschnittsdeutsche im Vergleich dazu verdient.

Im vergangenen Jahr bekam ein Vollzeitbeschäftigter im Westen einschließlich Sonderzahlungen 4293 Euro brutto im Monat; im Osten waren es 3247 Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zwar wuchsen die Bruttoverdienste um 2,5 Prozent. Da aber gleichzeitig die Verbraucherpreise um 1,8 Prozent zulegten, hatten die Beschäftigten nur noch einen realen Zuwachs von 0,8 Prozent. Das war das vierte positive Jahr in Folge, gleichzeitig aber das schwächste preisbereinigte Lohnplus in diesem Zeitraum. 2016 hatten die Reallöhne um 1,8 Prozent zugelegt, 2015 um 2,4 Prozent.

Der neue Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich für eine Anhebung des Mindestlohns und der Löhne in Deutschland ausgesprochen. Die Arbeitnehmer müssten stärker von der guten Wirtschaftsentwicklung profitieren.

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