Warenumschlag steigt : Deutscher Außenhandel legt im Mai kräftig zu

Exporte und Importe wachsen um fast fünf Prozent. Allerdings hat der Außenhandelsverband auch eine schlechte Nachricht zu verkünden.

Container im Hamburger Hafen.
Container im Hamburger Hafen.Foto: Christian Charisius/dpaChristian Charisius/dpa

Der deutsche Außenhandel hat im Mai wieder kräftig zugelegt: Die Exporte stiegen im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Auch die Importe wuchsen kräftig, das Plus im Vergleich zum Mai 2018 betrug 4,9 Prozent. Der Außenhandelsverband BGA gab indes zu bedenken, das gute Ergebnis werde von der "anhaltend negativen Entwicklung bei den Auftragseingängen" überschattet.

Insgesamt wurden im Mai nach Angaben der Statistiker Waren im Wert von 113,9 Milliarden Euro exportiert, das war im Vergleich zum schwächelnden Vormonat April ein Plus von 1,1 Prozent. Die Importe summierten sich auf 93,4 Milliarden Euro - damit sanken sie gegenüber April um 0,5 Prozent. Der Außenhandelsüberschuss betrug damit 20,6 Milliarden Euro. Das war etwas mehr als ein Jahr zuvor, als das Plus 20 Milliarden Euro betragen hatte.

In die Länder der EU wurden im Mai Waren im Wert von 66,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 54,2 Milliarden Euro von dort importiert. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen diese Exporte um 0,6 Prozent, die Importe aus diesen Ländern legten um 4,7 Prozent zu. Die Exporte in Länder außerhalb der EU legten im Vorjahresvergleich sogar um 10,4 Prozent zu, die Importe von dort stiegen um 5,1 Prozent.

Der Außenhandelsverband BGA sprach von einem "schwungvollen" Start des deutschen Außenhandels in den Sommer, warnte aber vor allzu großer Euphorie. "Es ist damit zu rechnen, dass die konjunkturelle Abkühlung Fahrt aufnehmen wird", erklärte Verbandspräsident Holger Bingmann.

Als "Lichtblick" bezeichnete der BGA die guten Zahlen in den Drittländern. Allerdings verunsicherten an dieser Stelle die "ständigen Ankündigungen" von US-Präsident Donald Trump den Welthandel regelmäßig - das betreffe sowohl die Zollpolitik als auch geopolitische Drohungen gegen den Iran. "In dieser Atmosphäre kann der weltweite Handel nicht sein eigentliches Potenzial entfalten", warnte der BGA. (AFP)

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