Unser Autor beschreibt, wie er aus Zorn über die Politik in der europäischen Schuldenkrise zum Spekulanten wurde. Wem nutzt die Euro-Rettung wirklich?
Griechenland
Für seinen Artikel "Mit Dummheit Geld machen" ist Tagesspiegel-Redakteur Harald Schumann mit dem Ernst-Schneider-Preis für Wirtschaftsjournalismus ausgezeichnet worden. Aus diesem Anlass präsentieren wir erneut den Text, in dem unser Autor beschreibt, wie er in der Euro-Krise aus Zorn zum Spekulanten wurde.
Rettung für Griechenland erfolglos Ein Bericht der Prüfer von IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank stellt fest, dass die Sparmaßnahmen die Rezession verschärft und die Staatsverschuldung noch erhöht haben. In der Folge erklären die Rating-Agenturen das Land für zahlungsunfähig und die für 2012 geplante Rückkehr der griechischen Staatskasse an den privaten Kapitalmarkt ist unmöglich.
Zweites „Rettungspaket“ für Athen Die Regierungen der Euro-Zone beschließen die Bereitstellung von weiteren Krediten für Griechenland in Höhe von 100 Milliarden Euro, um damit die ab 2012 auslaufenden Überbrückungskredite zu verlängern und aufzustocken. Der internationale Verband der Finanzindustrie bietet an, 21 Prozent der Summen von ausstehenden Anleihen zu erlassen, wenn die Euro-Staaten im Gegenzug für die übrigen 79 Prozent garantieren und dafür 30 Jahre lang mehr als sechs Prozent Zinsen zahlen.
Das erste „Rettungspaket“ Trotz Steuererhöhungen und Kürzung der Staatsausgaben um 15 Milliarden Euro im Jahr kann Griechenland keine neuen Anleihen mehr zu bezahlbaren Konditionen auf dem freien Markt aufnehmen. Um die Gläubiger der griechischen Staatskasse vor Verlusten zu schützen, gewähren die Staaten der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds (IWF) Überbrückungskredite von 110 Milliarden Euro, die bis 2012 die Zahlungsfähigkeit sichern sollen.
Die Wahrheit kommt ans Licht Die neu gewählte griechische Regierung unter Ministerpräsident Georgios Papandreou muss einräumen, dass Griechenlands Staatsdefizit im Jahr 2009 mit 12,5 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt doppelt so hoch ist, wie die vorherige Regierung versprochen hat. Die Nachricht sendet eine Schockwelle durch das europäische Finanzsystem.

Die Griechen sollen beinhart sparen. Dass das langfristig hilft, glauben sie nicht. Ihre Politiker auch nicht

Bundesfinanzminister und Bundesbankpräsident rechnen mit Wachstum / Herbsttagung von IWF und Weltbank
Die Woche war tiefrot, am Ende schloss der Dax aber im Plus. Der Leitindex stieg am Freitag um 0,6 Prozent auf 5196 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zeitweise noch unter die Marke von 5000 Punkten gesackt war.
Susanne Schmidt weiß, wer schuld ist an der Finanzkrise und was versäumt wurde. Warum Vater Helmut sie vor Mumien warnte – und was Mutter Loki ihr vermachte.

So mancher Besucher der "Zivilen Koalition" erweckt den Eindruck, seine Sorge gelte weniger der Zukunft Europas als der der deutschen Nation. Der Berliner Verein kämpft gegen die Euro-Rettung - mit prominenten Unterstützern.
USA und Europa verfolgen unterschiedliche Ziele
Athen kann mit weiteren Hilfskrediten rechnen, die drohende Staatspleite ist vorerst abgewendet. Das ist die gute Nachricht für die Griechen.
Nur 13 Prozent der Europäer vertrauen den Politikern ihres Landes. Knapp die Hälfte der Bürger sieht in Europa eine Zukunftschance. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie.
Berlin - Gut eine Woche vor der Entscheidung des Bundestages über den Euro-Rettungsschirm EFSF streiten Koalition und Opposition über die Folgen der Abstimmung für die Zukunft der Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin warnte Union und FDP davor, die eigene Mehrheit am Freitag kommender Woche zu verfehlen.

Herr Petsalnikos, die Troika der EU- Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird kommende Woche wieder nach Athen zurückkehren. Erwarten Sie, dass die Experten der Troika im Anschluss daran ein positives Urteil über die griechischen Sparbemühungen und Strukturveränderungen abgeben?
Athen kann mit weiteren Hilfskrediten rechnen, die drohende Staatspleite ist vorerst abgewendet. Das ist die gute Nachricht für die Griechen.

Um die nächste Rate der Rettungskredite zu erhalten, muss Griechenland schmerzhafte Einschnitte vorziehen. Kommende Woche reist Premier Papandreou nach Berlin - zu Bundeskanzlerin Merkel.

Angela Merkel steht unter Beschuss: Die Griechen, der Euro, die FDP. Es kommt Hart auf Hart für die Kanzlerin. Darum ist sie jetzt in Deutschland unterwegs, will die Parteibasis von ihrem Kurs überzeugen – die aber erweist sich als widerspenstig.
Die Hoffnung auf Fortschritte bei der Lösung der Schuldenkrise haben dem Dax am Dienstag ein deutliches Plus beschert. Der Leitindex legte 2,9 Prozent auf 5571 Punkte zu und schloss in greifbarer Nähe zu seinem Tageshoch.

Ankara legt sich im Mittelmeer nicht nur mit Israel und der Republik Zypern an, sondern unter anderen auch mit der EU. Günter Seufert von der Stiftung Wissenschaft und Politik erläutert die Hintergründe dieses Verhaltens.

Der märkische FDP-Chef ist noch voller Zuversicht
Diesmal waren es bei der UBS zwei Milliarden, davor bei der Société Générale fast fünf Milliarden und der sagenhafte Nick Leeson hat sogar eine ganze Bank versenkt. Zum Glück war die Londoner Baring Bank nicht systemrelevant, sonst wären wie bei IKB und Hypo Real Estate die Steuerzahler zur Kasse gebeten worden.
Dittberner: FDP muss sich völlig neu aufstellen

Finanzminister Venizelos erklärt Vertretern des IWF, der EZB und der EU-Kommission den Stand der griechischen Sparbemühungen. Gerüchte über ein Referendum zum Verbleib der Griechen in der Euro-Zone hat die Regierung dementiert.

1953 wurde Deutschland entschuldet. 60 Gläubigerstaaten machten mit.
Der Plan des Landesvorstands der FDP lautet: weitermachen. Obwohl man nicht mal mehr in einer einzigen Bezirksverordnetenversammlung sitzt. Nicht in Mitte, nicht in Charlottenburg-Wilmersdorf und auch nicht in Steglitz-Zehlendorf.
Neue Woche, alte Sorgen. Die Zukunft von Griechenland steht auch nach dem Treffen der EU-Finanzminister in den Sternen.
Philipp Rösler sollte für den Neuanfang der FDP stehen. Doch die Liberalen taumeln von einer Katastrophe zur nächsten. Und keiner hat eine Idee, wie dieser Absturz aufzuhalten ist.
Diesmal waren es bei der UBS zwei Milliarden, davor bei der Société Générale fast fünf Milliarden und der sagenhafte Nick Leeson hat sogar eine ganze Bank versenkt. Zum Glück war die Londoner Baring Bank nicht systemrelevant, sonst wären wie bei IKB und Hypo Real Estate die Steuerzahler zur Kasse gebeten worden.

Deutsche Archäologen entdeckten ein antikes Theater im türkischen Didyma

Christian Lindner verteidigt Parteichef Rösler, der eine Insolvenz des hochverschuldeten Griechenland als denkbar bezeichnet hatte. Eine eigene Mehrheit von Schwarz-Gelb für die Euro-Rettung sei nicht erforderlich, sagte Lindner.

Die Berliner FDP hat versucht, sich mit europakritischen Parolen gegen Griechenland zu retten – ohne Erfolg.

Die Berliner FDP hat versucht, sich mit europakritischen Parolen gegen Griechenland zu retten – ohne Erfolg.

FDP-Chef Philipp Rösler spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über die Finanzhilfen für Griechenland, politische Denkverbote und die Unruhe an den Finanzmärkten.

Der Mittelstand ist der Finanzkrise gewachsen, meint Commerzbank-Vorstand Markus Beumer. Die Kreditnachfrage ist mäßig
Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou muss Europa überzeugen. Es geht um die nächste Kredittranche von acht Milliarden Euro. Dafür kommt Papandreou auch nach Berlin.

In Polen wurde nicht nur die drohende Pleite Griechenlands diskutiert. Wolfgang Schäuble wirbt weiter für die Transaktionssteuer. Sie würde kurzfristige Spekulationen bremsen. Die EU ist in dieser Ansicht gespalten.
Frankfurt am Main – Endlich können Börsianer und Anleger wieder etwas durchatmen. Nachdem der Dax zu Wochenbeginn nach den Spekulationen über eine Pleite Griechenlands zeitweise unter die Marke von 5000 Punkten gerutscht war, legte er von Mittwoch bis Freitag um mehr als 500 Punkte oder rund zehn Prozent zu.

Am Freitag hielten SPD, CDU, Grüne und CDU Abschlusskundgebungen - die Piratenpartei hingegen veranstaltete einen Bootskorso auf der Spree.