Autofahrer und Radler brauchen viel Geduld : Berlins marode Brücken

Viele Brücken in Berlin sind marode, müssen saniert, manche sogar komplett neu gebaut werden. Eine Übersicht über vier besonders schwere Fälle.

Die Rudolf-Wissell-Brücke gehört zu den besonders belasteten Autobahnabschnitten Deutschlands.
Die Rudolf-Wissell-Brücke gehört zu den besonders belasteten Autobahnabschnitten Deutschlands.Foto: Paul Zinken/dpa

„Über sieben Brücken musst Du geh’n“, sang einst die DDR-Rockband „Karat“ und später Peter Maffay. Schön wär’s. Berlin hat besonders mit seinen großen Brücken derzeit so viel Pech, dass es immer schwerer wird, einen geeigneten Übergang zu finden. Nun kommen noch die Behinderungen an der Oberbaumbrücke hinzu. Hier folgen vier weitere marode Ärgernisse.

Elsenbrücke

Diese Spreebrücke am Treptower Park ist schon heute eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Ost und West in Berlin. Sollte der BER jemals fertig werden, dürfte die Zahl der überquerenden Autos – schon heute sind es täglich rund 50.000 – noch stark zunehmen. Das Problem: Die Brücke, Baujahr 1968, ist Schrott, sie muss abgerissen und neu gebaut werden.

Das soll sich in Etappen bis 2028 hinziehen. Ab 2020 wird die östliche Seite der Brücke abgebaut und durch eine Behelfsbrücke ersetzt, danach erfolgt auf der Westseite das Gleiche. Zur Zeit ist die Ostseite schon für Autos gesperrt, diese rollen beengt über die westliche Hälfte. Radler können noch beide Seiten benutzen.

Mühlendammbrücke

Auch diese 1968 gebaute Brücke zwischen Fischerinsel und Molkenmarkt in Mitte ist in die Jahre gekommen. Bei Routineuntersuchungen wurde festgestellt, dass sie zu stark belastet ist. Deshalb wird sie in diesen Tagen durch Teilabsperrungen entlastet: Pro Richtung gibt es vorerst nur noch drei Fahrspuren, außerdem werden die Parkplätze in der Mitte der Brücke komplett beseitigt.

Radler können weiterhin die bisherigen Busspuren nutzen. Natürlich soll das kein Dauerzustand werden. Die Absperrungen bleiben nur so lange bestehen, bis der Brückenneubau beginnt – was allerdings noch viel Langmut erfordert: Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2022.

Salvador-Allende-Brücke

Dank dieser 1979 bis 1981 gebauten Brücke kann der Verkehr die Köpenicker Altstadt umfahren. Untersuchungen Ende vergangenen Jahres erbrachten aber ein schockierendes Ergebnis. Das Bauwerk ist in derart miserablem Zustand, dass es am 24. Januar dieses Jahres für Autos vollständig gesperrt wurde.

Nur Radler dürfen die Brücke weiter überqueren. Seither wird der Autostrom über andere Brücken großflächig umgeleitet. Die Arbeiten am Neubau laufen auf Hochtouren, sind aber äußerst kompliziert. Aktuell hofft die Senatsverkehrsverwaltung, dass die neue Überquerung der Spree bis Ende 2019 oder in der ersten Hälfte 2020 fertiggestellt und danach bald eröffnet werden kann.

Rudolf-Wissell-Brücke

Diese 1958 bis 1961 errichtete Brücke der Stadtautobahn A100 bei Charlottenburg macht den Planern richtig Kopfschmerzen. Sie gehört zu den besonders extrem belasteten Autobahnabschnitten Deutschlands. Diagnose: Mieser Zustand, Komplettabriss nötig, danach Neubau.

Im Gegensatz zur Elsenbrücke kann man hier nicht in Etappen vorgehen und den Verkehr eingeschränkt weiter darüber leiten. Der Abbruch soll nach den derzeitigen Plänen 2023 beginnen. Zur Zeit laufen Voruntersuchungen. Noch ist die Brücke frei.

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