• Behörden prüfen Katastrophenschutzplan: Könnte Berlin wegen des Coronavirus abgeriegelt werden?

Behörden prüfen Katastrophenschutzplan : Könnte Berlin wegen des Coronavirus abgeriegelt werden?

Weil sich das Coronavirus weiter ausbreitet, überlegen Berliner Behörden welche Schutzmaßnahmen in Betracht kommen.

Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.
Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.Foto: dpa/Paul Zinken

Derzeit gibt es keinen bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion in Berlin. Doch was wäre, wenn sich das Coronavirus auch in der Hauptstadt ausbreitet? „Im hypothetischen Fall, dass sich die Corona-Infektion zu einem Katastrophenfall entwickeln würde, griffen Instrumente und Maßnahmen, die im Katastrophenschutzgesetz geregelt sind“, erklärt ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Inneres am Dienstagabend.

Derweil sei man davon jedoch meilenweit entfernt. „Eine Abriegelung der Stadt oder Teile davon steht überhaupt nicht zur Diskussion“, teilte der Sprecher mit.

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Sollten doch drastische Maßnahmen notwendig sein, werde das „in jedem Fall nicht einfach“, sagte der SPD-Politiker in der Pressekonferenz nach der Senatssitzung auf Anfrage. „Aber natürlich ist der Katastrophenschutz in Berlin vorbereitet. Wir haben die entsprechenden Katastrophenschutzpläne. Und würden, wenn es notwendig wäre und eine entsprechende Gefahrensituation festgestellt wird, solche Dinge auch veranlassen können.“

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Fraglich, ob Abriegelung in Berlin sinnvoll

Geisel weiter: „Die Frage ist, wie wirksam ist das, und funktioniert das in einer 3,7-Millionen-Einwohner-Stadt so umfassend wie das in oberitalienischen Kleinstädten der Fall ist. Aber ja, wir machen uns auch über diese Fragen Gedanken.“
Nach dem Coronavirus-Ausbruch mit Hunderten Fällen in Italien sind laut Gesundheitsverwaltung in Berlin bisher keine Fälle nachgewiesen worden. In den norditalienischen Regionen Venetien und Lombardei wurden mehrere Kommunen abgeriegelt, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. (tsp/dpa)

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