Berlin-Kreuzberg : Bauprojekt Postscheckamt: Investor zieht sich zurück

Die CG-Gruppe verkauft das Areal rund um das Postscheckamt am Halleschen Ufer. Damit ist der Streit um das Projekt endgültig beigelegt.

Das Areal rund um das Postscheckamt wurde vor Jahren von der CG-Gruppe erworben.
Das Areal rund um das Postscheckamt wurde vor Jahren von der CG-Gruppe erworben.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Jetzt geht’s los am Halleschen Ufer. Der Streit um die Sanierung des früheren Postscheckamts sowie die Neubauten rund um den gewaltigen Turm ist endgültig beigelegt. Jürgen Kutz, Vorstand der CG-Gruppe, sagte dem Tagesspiegel: „Wir mussten alle Interessen zusammenbringen, und ich bin froh, dass es bei diesem wichtigen Projekt jetzt weitergeht“. Die CG-Gruppe des Investors Christian Gröner verkauft das Areal an die Firma Art-Invest mit Hauptsitz in Köln.

Degewo baut Wohnungen

Der Streit zwischen Bezirk und Investor um das Postscheckamt war im vergangenen Jahr eskaliert. Auf dem Turm hatte Firmengründer Christoph Gröner ein Transparent anhängen lassen, wonach „Rot-Rot-Grün“ den Bau von Wohnungen und Gewerbeflächen „verhindert“. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) hatte die Pläne vor allem deshalb abgelehnt, weil teuere und viele kleine Wohnungen in dem zuvor gewerblich genutzten Turm entstehen sollten und hohe Mieten oder Verkaufspreise die „Gentrifizierung“ Kreuzberg weiter beschleunigt hätten.

Mit dem Kompromiss zieht sich nun, wie berichtet, die CG-Gruppe vollständig aus dem Projekt zurück. Im Turm sollen keine Wohnungen entstehen. Dieser soll vielmehr wie früher als Bürohaus genutzt werden. Gewerbe soll außerdem auf den Grundstücken rechts neben dem Turm entstehen, am viel befahrenen Halleschen Ufer. Dasselbe gilt für einen Teil der Flächen links zu Füßen des Hochhauses. Insgesamt sollen auf einer Fläche von knapp 64000 Quadratmeter Büros und Läden entstehen.

Insgesamt 383 Wohnungen sind im hinteren Teil des Grundstückes geplant, auf mehr als 36000 Quadratmetern. Die meisten davon werden vermietet und wie berichtet von der landeseigenen Degewo gebaut und verwaltet. 63 Wohnungen werden von der privaten „Art-Invest“ zum Verkauf angeboten.

Einigung zeichnete sich Anfang Dezember ab

Vor rund vier Jahren hatte die CG-Gruppe das Areal erworben und an den Bauplänen gearbeitet. Mit der Einigung steigt das Unternehmen komplett aus dem Bauvorhaben aus. Kutz zeigte sich trotzdem zufrieden, „weil es jetzt endlich weitergeht bei diesem für Berlin so wichtigen Projekt“.

Die Einigung hatte sich bereits Anfang Dezember abgezeichnet, nachdem der Staatssekretär für Wohnen Sebastian Scheel (Linke) Gröner und Schmidt zu Gesprächen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eingeladen hatte. Kurz vor Weihnachten war der dabei ausgearbeitete Kompromiss in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg zur Diskussion gestellt worden und stieß auch dort auf Zustimmung.

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