Berlins Schulbauoffensive : Ferienzeit ist Baustellenzeit – an 240 Schulen

Über 200 Millionen Euro werden zurzeit in Berliner Schulen verbaut. Eine Liste zeigt, wo es in den Osterferien richtig laut wird.

Zimmer frei. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) richtet sich neu ein – auch in ihrer Verwaltung.
Zimmer frei. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) richtet sich neu ein – auch in ihrer Verwaltung.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die Schüler gehen, die Bauarbeiter kommen: Mit Beginn der Osterferien werden besonders schmutz- und lärmbelastete Arbeiten vorangetrieben. Dies kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag an. Zum Ortstermin im Oberstufenzentrum für Logistik, Touristik und Steuern (Lotis) in Tempelhof brachte sie eine Liste von über 240 Schulen mit, an denen aktuell gebaut wird.

Das finanzielle Volumen ist gewaltig: Weit über 200 Millionen Euro umfasst das Gesamtbudget für all das, was zurzeit in den Schulen angepackt wird. In manchen Bezirken ist jede zweite Schule betroffen – etwa in Charlottenburg-Wilmersdorf, wo an über 30 Schulen Maurer, Glaser oder Dachdecker aus- und eingehen. Das meiste Geld wird aber in Lichtenberg verbaut: Über 25 Millionen Euro werden hier gerade in Schulräume investiert.

„Aus gutem Geld werden gute Schulgebäude“, betonte Scheeres, die daran erinnerte, dass 2019 bereits Grundsteine für drei neue Schulen gelegt wurden. Das zeige, dass die Schulbauoffensive „immer mehr in den Bezirken ankommt“.

Was im einzelnen mit dem Geld passiert – auch das ist bekannt: Scheeres brachte eine komplette Liste mit. So kann man erfahren, dass in einem Flur der Reinickendorfer Mark-Twain-Grundschule der Bodenbelag ausgetauscht wird (5000 Euro), dass das Leibniz-Gymnasium in Kreuzberg mit Brandschutz und Hausalarm rechnen kann (400 000 Euro) oder dass die Schöneberger Neumark-Grundschule von „echtem“ Hausschwamm befreit wird (1,2 Mio. Euro).

Warten seit 2012

Unter den Sparjahren haben die 40 beruflichen Schulen und Oberstufenzentren (OSZ) besonders gelitten: Sie sollen die Jugendlichen auf neue Berufsbilder vorbereiten, für deren Vermittlung eine moderne Ausstattung notwendig wäre. Daher ist es für die Berufsschulen besonders wichtig, ihren Teil von der 5,5 Milliarden Euro umfassenden Berliner Schulbauoffensive zu bekommen, die bis 2026 terminiert ist. Der Sanierungsstau der Berufsschulen, die das Land verwaltet, beläuft sich auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Aktuell werden an zehn OSZ 13 Millionen Euro verbaut.

Beispielhaft hatte Scheeres das OSZ Lotis für ihren Ortstermin ausgesucht: An der 1979 an der Dudenstraße errichteten Schule werden zurzeit die naturwissenschaftlichen Räume saniert. Schulleiterin Angela Hesse ließ einfließen, dass die Planungen aus dem Jahr 2012 stammen – so lange warten die Fachlehrer demnach auf die Modernisierung.

Scheeres konnte die freiliegenden Decken mit den neuen „Datentrassen“ bestaunen, die künftig 2300 Schüler und über 130 Lehrer in die Lage versetzen sollen, mit den 500 vorhandenen Rechnern so zu arbeiten, wie es im Jahr 2019 selbstverständlich sein sollte: Bislang musste die Schule mit den ortsüblichen 25 Megabit auskommen, „die für einen Drei-Personen-Haushalt gedacht sind“, wie ein Fachlehrer anmerkte.

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