Heinz Buschkowsky weiß, "wie man die Schlacht gewinnt"

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Friedrichshain-Kreuzberg : Kampfansage an Billigputzdienste in Schulen

Ohne eine wasserdichte Ausschreibung geht gar nichts

„Bezirksämter sollten mit ihrem fachkundigen Personal durchaus in der Lage sein, eine Dienstleistung auszuschreiben und einen wasserdichten Vertrag abzuschließen“, findet Buschkowsky. Er kümmert sich in seinem Bezirk Neukölln selbst um das gesamte Verfahren und setzt sich auch mit den Schulen auseinander, wenn es Beschwerden gibt. „Entscheidend“ seien die Kontrollen vor Ort, das Nutzerverhalten und die Sanktionen bei Schlechtleistung. „Werden die drei Punkte konsequent durchgehalten, ist die Schlacht gewonnen“, lautet Buschkowskys Erfahrung.

Kontrolle und Sanktionen sind allerdings nur dann ergiebig, wenn es eine wasserdichte Ausschreibung gibt, die nicht allzu viel Platz für Interpretationen lässt. Dies war in Friedrichshain-Kreuzberg allerdings nicht der Fall, so dass man dem kritisierten Anbieter nicht einmal kündigen, sondern sich nur im gegenseitigen Einvernehmen von ihm trennen konnte. Die Folge ist, dass er in keinem Verzeichnis für „Schlechtleister“ auftauchen kann und eben erst eine Ausschreibung in Steglitz-Zehlendorf gewonnen hat.

Die Eltern wollen sich nicht mehr alles bieten lassen

Falls sich das Desaster von Friedrichshain-Kreuzberg wiederholen sollte, werden Eltern und Schulen schnell die Geduld verlieren und sich zu wehren wissen. „Es ist bereits eine richtige Bewegung entstanden“ konstatiert Landeselternsprecherin Lieselotte Stockhausen-Döring. Die aus Friedrichshain- Kreuzberg hervorgegangene AG „Schulschmutz“ bekommt bereits berlinweit Unterstützung. Eines hat sie inzwischen erreicht: Ihr Bezirk will es bei der nächsten Ausschreibung so machen wie jene Bezirke, die bei der Ausschreibung auch die Qualität berücksichtigen. Aber die Federführung für eine Musterausschreibung will auch Bildungsstadtrat Beckers nicht übernehmen. „Wir haben dafür kein Personal“, wehrt er den Appell des Staatssekretärs ab, zumal Friedrichshain-Kreuzberg sich bereits als Modellbezirk beim Thema Schulessen personell engagiere.

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