Weinmeisterhornweg wird ausgebaut und entschärft : Straßenbau kommt Anwohner teuer

Grundstückseigentümer werden wohl Erschließungsbeiträge leisten müssen, da es sich um eine Ersterschließung handelt.

Der Weinmeisterhornweg ist in einem desolaten Zustand.
Der Weinmeisterhornweg ist in einem desolaten Zustand.Foto: During

Im Rahmen des geplanten Ausbaus des Weinmeisterhornweg kommen auf die Eigentümer der anliegenden Grundstücke voraussichtlich empfindliche Kosten zu. „Wir gehen davon aus dass es sich um eine Ersterschließung handelt“, sagte Baustadtrat Frank Bewig (CDU) bei der Vorstellung der Pläne im BVV-Ausschuss für Bauen, Verkehr und Grünflächen. Das würde bedeuten, dass sich die Anlieger über sogenannte Erschließungsbeiträge an den Kosten beteiligen müssen. Welche Summen auf die Betroffenen zukommen, konnte der Dezernent noch nicht sagen.

Notwendigkeit des Ausbaus ist unstrittig

Unstrittig ist, dass sich der Weinmeisterhornweg zwischen Wilhelm- und Gatower Straße in einem erbärmlichen Zustand befindet. Die Fahrbahn ist marode und es gibt in Teilbereichen Probleme mit der Regenentwässerung, was zur Bildung von großen Pfützen führt. Der Gehweg ist auf der Nordseite nur zwischen Gatower- und Winzerstraße befestigt und besteht auf der Südseite aus einem schmalen, für Gehbehinderte und Kinder mit Fahrrädern schwer nutzbaren Asphaltstreifen.

Autofahrer nutzen Schulweg zur Stauumgehung

Viele Autofahrer halten sich in der auch als Schulweg zur Grundschule am Weinmeisterhorn dienenden Straße nicht an die Tempo 30-Regelung. Werden sie in Fahrtrichtung Westen durch die vier einmündende, vorfahrtsberechtigte Straßen gebremst, gibt es in entgegengesetzter Richtung keine Hemmnisse. So nutzen in der morgendlichen Verkehrsspitze zahlreiche Autofahrer den Weinmeisterhornweg, um von der Wilhelm- zur Gatower Straße zu fahren und so den Stau vor der Heerstraße zu umgehen. Bei einer Verkehrszählung im Frühjahr wurden hier in der Morgenspitze durchschnittlich 640 Fahrzeuge gezählt, fast zwei Drittel des ganztägigen Gesamtaufkommens. In der Gegenrichtung waren es nur 140.

Gehwegvorstreckungen sollen Durchgangsverkehr bremsen

Im Zuge des Ausbaus soll der Weinmeisterhornweg deshalb eine sechs Meter breite Fahrbahn erhalten, die auf der Südseite an sieben Stellen von Gehwegvorstreckungen auf 3,50 Meter verschmälert wird, um den Verkehr zu bremsen. Zu beiden Seiten sind drei Meter breite Gehwege vorgesehen. Während auf der Nordseite so viel Platz zur Verfügung steht, dass dort noch ein Grünstreifen angelegt werden kann, wird es auf der Südseite in Richtung Wilhelmstraße immer enger. Hier wird es notwendig, Randstreifen von Grundstücken zu erwerben. Geprüft wird gegenwärtig, ob die vor der Gatower Straße bestehende Fahrbahnverschwenkung nach Westen verschoben werden kann. Andernfalls wäre es erforderlich, zwischen Winzer- und Gatower Straße einige Birken zu fällen.

Vergeblich versuchten Anwohner, im Ausschuss eigene Fragen zu stellen. Dies sei nicht zulässig, erklärte ihnen der Vorsitzenden Jochen Liedtke (SPD) unter Hinweis auf die Geschäftsordnung. Stadtrat Bewig sagte den Betroffenen aber einen individuellen Dialog zu. Da der Weinmeisterhornweg noch bis Ende 2018 im Bereich eines Bebauungsplanverfahrens liegt, sei ohne mit einem Baubeginn nicht vor 2019 zu rechnen.

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