• Can Dündar bei der Berliner Pressekonferenz: „Solidarität mit denen, die in der Türkei um Meinungsfreiheit kämpfen“

Can Dündar bei der Berliner Pressekonferenz : „Solidarität mit denen, die in der Türkei um Meinungsfreiheit kämpfen“

Der ehemaligen Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ sprach am Montagabend in Berlin über Pressefreiheit und Hoffnung.

Der im Berliner Exil lebende türkische Journalist Can Dündar, Ex-Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" (Archivfoto)
Der im Berliner Exil lebende türkische Journalist Can Dündar, Ex-Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet"...Foto: picture alliance / Arne Dedert

Um die Verankerung der Pressefreiheit ging es, als die Berliner Pressekonferenz vor 100 Jahren gegründet wurde. Mit Can Dündar, dem ehemaligen Chefredakteur der türkischen Zeitung „Cumhuriyet“ hatte der Vorsitzende Thomas Klein am Montagabend einen vielfach ausgezeichneten Experten als Ehrengast und Hauptredner zum alljährlichen Spargelessen ins Hotel Interconti geladen, das diesmal ganz im Zeichen des Jubiläums stand.

In der Türkei wurde Dündar vor Gericht gestellt, lebt und arbeitet seit zwei Jahren in Deutschland, unter anderem für die „Zeit“ und für die Plattform „Özgürüz“, was übersetzt heißt „Wir sind frei.“ Er ist überzeugt davon, dass Menschen nicht durch Länder miteinander verbunden sind, sondern durch Prinzipien wie Freiheit, Menschenrechte, Demokratie und Gerechtigkeit. Wenn man ein solches Treffen wertvoller Journalisten in der Türkei veranstalten wollte, müsste man es ins Gefängnis verlegen, denn dort säßen derzeit die meisten von ihnen, sagte er in die Runde.

„Seien Sie solidarisch mit den Kollegen, die in der Türkei um die Meinungsfreiheit kämpfen“, forderte er die Anwesenden auf und gab der Hoffnung Ausdruck, dass man eines Tages in einer freien Türkei zusammen kommen könne. Zu den Gratulanten zählte auch Staatsministerin Monika Grütters, die das im internationalen Vergleich einmalige Format der Selbstorganisation von Journalisten lobte. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller warb auch im Hinblick auf den Tag der Deutschen Einheit darum, es bewusst als Glück zu empfinden, „dass wir so offen und frei zusammen leben können“.

An den lebhaften Tischgesprächen nahmen die Senatsmitglieder Regine Günther, Dilek Kolat, Katrin Lompscher, Andreas Geisel und Ramona Pop teil, außerdem Landessportbundpräsident Klaus Böger, Lotto-Vorstand Marion Bleß, Handelsverbandschef Nils Busch-Petersen, Polizeipräsidentin Barbara Slowik, Rabbiner Yehuda Teichtal, Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland, Erzbischof Heiner Koch und der frühere Regierende Bürgermeister Walter Momper.

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