Dienstreise in den Nahen Osten : Michael Müller besucht Jordanien

In seiner aktuellen Funktion als Bundesratspräsident besucht Berlins Regierender unter anderem ein Flüchtlingslager und einen Bundeswehrstützpunkt.

Ein Jahr lang sitzt Michael Müller dem Bundesrat vor - insgesamt vier Auslandsreisen stehen auf dem Programm.
Ein Jahr lang sitzt Michael Müller dem Bundesrat vor - insgesamt vier Auslandsreisen stehen auf dem Programm.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Er will ein Flüchtlingslager besuchen, einen Stützpunkt der Bundeswehr, ein Forschungszentrum. Er will das Wüstenschloss Qusair ’Amra besichtigen und die Felsenstadt Petra, berühmt als Unesco-Weltkulturerbe und aus „Indiana Jones“. Vor allem aber wird Berlins Regierender eine Reihe hochrangiger Staatsmänner treffen. König Abdullah II. ist nicht dabei. Dafür dessen Bruder, Prinz Feisal Ibn Al-Hussein, immerhin Nummer drei der Thronfolge.

Vier Tage lang reist Michael Müller ab diesem Sonntag durchs Königreich Jordanien. Auf die Auswahl der Termine hatte er nur sehr begrenzt Einfluss, was seiner ungewöhnlichen Rolle geschuldet ist: Müller tritt nicht in seiner Funktion als Regierender Bürgermeister, sondern als Bundesratspräsident auf. Dieses Amt hat Müller seit November und turnusgemäß für ein Jahr inne, insgesamt sind in der Zeit vier Auslandsreisen geplant.

Besuch in einem Camp mit 35.000 Flüchtlingen

Dennoch ließ Müller bereits verlauten, er freue sich besonders auf den Besuch des Camps Azraq, in dem derzeit 35.000 Flüchtlinge versorgt werden: „Ich möchte mir die Situation der Geflüchteten anschauen, mit den Menschen sprechen: was sie bewegt, was sie sich erhoffen.“

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Gleich am Sonntag begegnet Müller zudem einem alten Berliner. Unweit der Hauptstadt Amman wurde vergangenes Jahr die Forschungseinrichtung „Sesame“ in Betrieb genommen – ein riesiger Elektronenbeschleuniger. Teile der Anlage standen vor 20 Jahren noch am Breitenbachplatz, gehörten dort zu dem Wissenschaftsprojekt „Bessy 1“. Als dieses von einem leistungsstärkeren Nachfolger in Adlershof abgelöst wurde, gingen die Bausteine ins Königreich. Bei „Sesame“ arbeiten neben Arabern und Iranern auch Israelis mit. Müller sagt: „Das Projekt steht für Verständigung und Frieden im Nahen Osten.“

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